Kurzkritik:Glück im Pech

Lesezeit: 1 min

BR-Chor und Symphonieorchester mit Karl-Heinz Steffens

Von Klaus P. Richter

Die schlechte Nachricht war, dass Franz Welser-Möst seine Konzerte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks absagen musste. Die gute: dass Karl-Heinz Steffens das interessante Programm übernommen hatte. Der gelernte Klarinettist, inzwischen Chef der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und demnächst auch bei der Nationaloper in Oslo, begann mit einem Brahms zwischen rhapsodischer Hitze und pathetischer Ruhe in der "Tragischen Ouvertüre d-Moll, op. 81. Hier gelang ihm besonders, die Dramaturgie der verschiedenen Tempi zwischen Allegro, Fugato und Molto moderato. Das war ein starker Vorgeschmack auf die dritte Sinfonie von Brahms, in der uns Steffens einen kantigen Johannes aus Hamburg zeigte, zwar mit schöner Bläser-Idyllik im dritten Satz und plüschigen Riterdandi im Piano aber auch viel dröhnendem Forte im engen Gehäuse des Herkulessaals. Dazwischen aber gab es eine echte Rarität: Das "Requiem" von Max Reger nach dem gleichnamigen Text von Friedrich Hebbel.

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