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Kurzkritik:Das Ende der Nacht

Gelungener Auftakt der Lichtwoche in Sankt Ludwig

Ein musikalisch-literarischer Abend, der sich als Auftakt zur 5. Lichtwoche München launig stabreimend "Licht, Lied, Ludwigskirche" nennt, muss in der überfüllten Universitätskirche mit Wagner beginnen. Schön, dass zur Eröffnung das erste seiner Lieder nach Gedichten von Mathilde Wesendonck ("Der Engel") mal nicht von einer Frau, sondern vom profunden Bassbariton Martin Busen gesungen wird. Und auch die Fassung der Klavierbegleitung für Orgel und Klarinette von und mit Stephan Heuberger überzeugt nicht nur klanglich. Fast hätte man sich die vier Richard-Strauss-Lieder des Abends (darunter "Ruhe meine Seele", "Heimliche Aufforderung" und "Morgen"; letzteres auch in Max Reger-Vertonung) ebenso in einer solchen Bearbeitung durch Stephan Heuberger, den Organisten von St. Ludwig, gewünscht. Denn ein Flügel klingt in halliger Kirchenakustik doch ein wenig schwammig und verliert seine klangliche Kontur.

Umso schöner kann die einsame Klarinette von Elisabeth Seitenberger mit Olivier Messiaens "Abîme des oiseaux" durch den Raum wandern. Auch mischen sich dort wunderbar Bassbariton und Orgel in Heubergers raffinierter Vertonung eines Textes von Juan de la Cruz unter dem Titel "La noche serena". Alma Mahlers "Die stille Stadt" und "Um Mitternacht" ihres Mannes fluten geradezu das Kirchenschiff. Bei der Lesung von Platons berühmtem Höhlengleichnis wähnt man sich beinah am Originalschauplatz. Denn dank einer Installation von Studierenden der TH Rosenheim gibt es in der dunklen Kirche ausnahmslos diffuses Licht. Gazebahnen und silberne Luftballons sind dazu verschiedenfarbig beleuchtet. Und am Ende des Abends verbreitet ein Meer aus Kerzen vor-adventliche Stimmung.

Die Lichtwoche reflektiert noch an anderen kulturellen Orten Münchens. Bis 8. November erstrahlt etwa das Gärtnerplatztheater in nächtlichen Projektionen. Andere Aktionen wie Führungen in Museen sind auf www.lichtwoche-muenchen.de verzeichnet.