Kurz gemeldet Haft und Preisgeld

Die New Yorker Galeristin Mary Boone hat Steuern hinterzogen. Sie muss 30 Monate ins Gefängnis. Grund zur Freude hat hingegen der Schriftsteller Daniel Kehlmann: Die Stadt Aalen verleiht ihm den Schubart-Literaturpreis.

Die Galeristin Mary Boone, 67, ist von einem New Yorker Gericht wegen Steuerbetrugs zu einer 30-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie muss zudem 180 Sozialstunden ableisten. Boone hatte zugegeben, Gewinne in Millionenhöhe nicht angegeben und die Renovierung ihrer Wohnung als Geschäftskosten verbucht zu haben. Sie galt in den Achtzigerjahren als eine der bedeutendsten Kunsthändlerinnen von Manhattan und vertrat Stars wie Julian Schnabel und Jean-Michel Basquiat. Im Verlauf des Verfahrens hatte sie ausgesagt, dass sie nach einer schweren Kindheit unter psychischen Problemen leide, unter anderem habe sie Angst vor sozialem Abstieg. Ihre Anwälte stützten die Behauptung mit den Aussagen von Freunden und Bekannten der Galeristin, darunter war auch Ai Weiwei.

Der Schubart-Literaturpreis 2019 der Stadt Aalen geht an Daniel Kehlmann, 44. Der Schriftsteller bekomme den mit 20 000 Euro dotierten Preis für seinen Roman "Tyll", teilte die Stadt Aalen. In dem Schelmenroman lässt Kehlmann eine Version des mittelalterlichen Till Eulenspiegel in den Wirren des 30-jährigen Krieges wieder auferstehen. "Tyll" sei eine Figur, die um die Bedrängnisse der Armen wisse und mit Spott die Lügen und Widersprüche der Zeit entlarve - ob sie nun mittelalterlichem Aberglauben oder neuzeitlichem Machtstreben entspringen, heißt es in der Begründung der Jury. Sie zog das Fazit: "Besser kann man einen Roman nicht schreiben." Aalen verleiht den Preis seit 1956 alle zwei Jahre.

Für 2783 Werke aus dem Kunstbestand des Bundes aus Reichsbesitz konnte nach Angaben der Bundesregierung bislang die Herkunft nicht abschließend geklärt werden. Hier werde anhand neuer Quellen kontinuierlich recherchiert, erläuterte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion. "Für keines dieser Werke besteht zum jetzigen Zeitpunkt ein konkreter Raubkunstverdacht", heißt es in der Antwort weiter. Der Kunstbestand umfasst laut Bundesregierung 48 319 Objekte. Kunstgegenstände, die nicht für Ausstattungszwecke verwendet würden, lagerten gesichert und fachgerecht im Kunstdepot des Bundesvermögensamtes, in der Zentrale des Auswärtigen Amtes und bei Berliner Fachspeditionen, teilt die Regierung mit.