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Performancekunst in Frankreich:Bretter, die die Welt umdeuten

Hugh Hefner hat es auf seinem Esstisch getan. Justin Bieber auf dem Sofa eines TV-Studios. US-Präsident Barack Obama ließ sich sogar im Weißen Haus flachlegen, per Fotomontage. "Planking", das starre Hinlegen an skurrilen Orten, ist zum hippen Trend-"Sport" avanciert. Aber es geht noch abgedrehter: Jetzt kommt "Fitting".

Einführung.

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Kunstinstallation "Fitting" - der neue Trend?

Quelle: AFP

Hugh Hefner hat es auf seinem Esstisch getan. Justin Bieber auf dem Sofa eines TV-Studios. US-Präsident Barack Obama ließ sich sogar im Weißen Haus flachlegen, per Fotomontage. "Planking", das starre Hinlegen an skurrilen Orten, ist zum hippen Trend-"Sport" avanciert. Aber es geht noch abgedrehter: Jetzt kommt "Fitting". Eine - nicht ganz ernstgemeinte - Einführung.

Zuerst die Basics: Erfinder des "Fittings" ist der Choreograph Willi Dorner, der seine Installation auf dem "Festival des 7 Collines" im französischen Saint-Etienne vorgestellt hat. Er definiert "Fitting" als urbane Performance, bei der Tänzer mit einem Brett einen neuen städtischen Raum schaffen.

Text- und Bildauswahl: Süddeutsche.de/vks/cag

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #1: Suchen Sie sich möglichst viele Zuschauer!

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Die Performance mit dem Holz ist allerdings nichts für Schüchterne: Aufmerksamkeit erregen Sie damit garantiert - genauso wie jede Menge Mitleid. Bequem sieht das nämlich nicht aus.

Für den Künstler sollen die Aktionen vor allem zu einer Auseinandersetzung mit Stadtraum und Körper anregen: "Wie verändert sich die Stadt, wie reagieren BewohnerInnen und Durchreisende auf Veränderungen, inwiefern lassen sich diese Veränderungen beeinflussen?", fragt Dorner auf seiner Internetseite.

Darüber können Sie ja mal nachdenken, während Sie da so rumhängen.

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #2: Je mehr, desto schöner!

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Zusammen "fitten" Sie weniger alleine: Der angehende Trend lässt sich auch prima als Pärchen-Sport betreiben. Schnappen Sie sich einfach mal am Sonntagnachmittag Ihren Partner und klemmen Sie ihn mit hinters Brett. Dort ist dann auch Zeit, längst fällige Diskussionen anzustoßen.

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #3: Vorher gut dehnen!

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"Fitting"-Performer müssen auf jeden Fall artistische Erfahrung mitbringen. Dagegen ist das gute alte "Planking", auch bezeichnet als "Hinleg'-Spiel", die reinste Erholung: Man legt sich einfach bäuchlings und mit seitlich angelegten Armen irgendwohin. Aber da fehlt dann ja auch irgendwie der Kick, oder?

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #4: Was andere dazu sagen, ist völlig egal!

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Einen Zusammenhang zwischen "Planking" und "Fitting" gibt es aber trotzdem: Beides wird vor allem in der Öffentlichkeit dargeboten und für die Nachwelt festgehalten. Und beides sieht - nun ja - nicht unbedingt vorteilhaft aus.

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #5: Werden Sie eins mit der Fassade!

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Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, lernen Sie vielleicht sogar den meditativen Charakter des "Fittings" kennen und verschmelzen nach einiger Zeit mit Ihrer neuen Umgebung. Von Anwohnern, die sich über den eingeschränkten Blick aus dem Fenster beschweren, sollten Sie sich auf keinen Fall irritieren lassen.

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #6: Überraschen Sie mit ausgefallenen Posen!

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Für Abwechslung und zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen Sie, indem Sie bekannte Filmszenen nachstellen: Hier sehen Sie beispielsweise eine Variation des Spiderman. Fragen danach, wie Sie die ungewöhnliche Konstellation hinbekommen haben, sollten Sie wie jeder gute Zauberkünstler im Raum stehen lassen ...

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Performancekunst in Frankreich:Merksatz #7: Bleiben Sie im Gespräch!

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Auch wenn sich "Fitting" wohl nicht den Weg in den Mainstream bahnen wird - eine ausgefallene Idee ist es allemal. Und wetten, dass Sie nach der Performance auch prima mit den umstehenden Leuten in Kontakt kommen? Wenn Sie wieder Luft bekommen, versteht sich.

© Süddeutsche.de/vks/cag/gba
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