Seit einigen Tagen erleben wir etwas, das der Kritiker Reinhard Baumgart in anderem Zusammenhang einmal einen "Aschermittwoch der Literatur" genannt hat. Autoren senden Kündigungsschreiben an eine weniger fassungslose als schulternzuckende Öffentlichkeit. Der eine will seinen letzten Roman so gerade noch ins Programm nehmen lassen, die andere möchte sich angesichts des Krieges in der Ukraine vom literarischen Schreiben gänzlich verabschieden - es sieht ein bisschen so aus, als winke das Kursbuch 15 wieder aus der Ferne.
Ukraine-KriegMerkwürdig entrückt
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Die Botschaften aus der Kunst und Kulturwelt in diesen Wochen sind deutlich: Putin muss für seinen Angriffskrieg zur Rechenschaft gezogen werden. Doch welchen Einfluss haben solche Appelle - wie etwa dieses Bild an einer Fassade in Barcelona? Ist die Kunst in Kriegszeiten nicht völlig machtlos?
JOSEP LAGO/AFPWie findet die Kultur Anschluss an das aktuelle Zeitgeschehen? Ukrainische Künstler und ein deutscher Historiker hadern in Berlin mit ihrer Rolle.
Von Hilmar Klute
