Kunst Nymphenburg erwirbt Stieler-Gemälde

Der Bayerischen Schlösserverwaltung ist es gelungen, ein Marienbild des Hofmalers Joseph Stieler (1781-1858) für Schloss Nymphenburg zurückzuerwerben. Seit Mitte Januar ist es dort zu sehen, wie die Schlösserverwaltung am Mittwoch bekanntgab. Der Schöpfer der berühmten Schönheitengalerie malte das ungewöhnliche Bildmotiv der "Madonna in Anbetung" 1817 für die evangelische bayerische Königin Karoline, der Gemahlin von Max I. Joseph. Auf einem zeitgenössischen Raumaquarell sei das "sehr berührende", vom Künstler signierte und datierte Gemälde im Kabinett des Appartements der Königin dargestellt. Zu sehen sei darauf das Brustbild einer mädchenhaften Muttergottes ohne Jesuskind, umhüllt von ihrem blauen Mantel, die Hände zum Gebet gefaltet und das geneigte Haupt von einer Lichtgloriole umgeben. Der originale klassizistische Rahmen des Gemäldes fasst das Andachtsbild in kostbarer Vergoldung.

Nach dem Tod des Königs nahm Karoline laut Mitteilung das Bild mit in ihren Witwensitz. Aus Familienbesitz gelangte es schließlich in den Kunsthandel. Stieler war seit 1812 für König Max I. Joseph von Bayern tätig. Seine Bildnisse der königlichen Familie und die repräsentativen Staatsporträts gefielen so, dass er 1820 zum Hofmaler ernannt wurde. Nach dem Tod des Königs schuf Stieler für dessen Nachfolger Ludwig I. die Schönheitengalerie.