Documenta Fifteen:Kunst oder Aktivismus?

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Documenta Fifteen: Kampflustiger Großgrundbesitzer des indonesischen Kollektivs Taring Padi auf der Documenta Fifteen.

Kampflustiger Großgrundbesitzer des indonesischen Kollektivs Taring Padi auf der Documenta Fifteen.

(Foto: Catrin Lorch)

Nach endlosen Debatten beginnt in Kassel die fünfzehnte Documenta. Sie kann Spuren von Antisemitismus enthalten und auch über den Rest lässt sich streiten.

Von Catrin Lorch

Er ist feist, trägt Anzug und Krawatte, auf seinen Schultern sitzt ein Schweinekopf. Als Großgrundbesitzer betritt er mit kampflustigem Lachen das Bild. Es gibt viel zu sehen auf dem monumentalen Banner, abrasierte Wälder, dürre Maisfelder, Soldaten mit Maschinengewehren. Im Vordergrund formieren sich Demonstranten mit entschlossenem Blick. In Kassels Hallenbad-Ost hängt der Baumwollstoff ungerahmt an der Wand. Und als seien sie aus den Bildern geregnet, stehen auf dem Zementboden Nixen, Drachen, Punks und Nonnen. Aus Pappe ausgeschnitten, an Bambusstäbe getapt stehen sie bereit, bei einer Demo durch die Straßen getragen zu werden.

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