Kunst Deutscher Pavillon 2019

Kunsthistorikerin Franciska Zólyom, Helene Duldung und Natascha Sadr Haghighian, alias Natascha Süder Happelmann bei der Pressekonferenz in Berlin.

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Natascha Sadr Haghighian gestaltet den deutschen Pavillon auf der Biennale 2019 in Venedig. Bei der Pressekonferenz gab sie schon einen Ausblick auf ihren Kunstbegriff - und trat mit einer riesigen Kartoffel auf dem Kopf auf.

Von Peter Richter

Der deutsche Pavillon auf der Biennale von Venedig wird im nächsten Jahr von einer Künstlerin gestaltet werden, die auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin als Natascha Süder Happelmann vorgestellt wurde. Das ist eine Art Anagramm des Namens der Person, die von der Berliner Galerie König seit etlichen Jahren als Natascha Sadr Haghighian vertreten wird, biografische Angaben allerdings konsequent verschleiert und sich mit Installationen, Performances, Klang- und Textarbeiten befasst.

Bei der ihrerseits als Performance inszenierten Pressekonferenz wurde sie von der Kuratorin des Deutschen Pavillons im Jahr 2019, der an der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig arbeitenden Kunsthistorikerin Franciska Zólyom erst neutral als "künstlerische Position" vorgestellt, dann eben als Süder Happelmann. Die Künstlerin sagte nichts, ihr Kopf war unter einer Kartoffel aus Pappmaché verborgen. Der Name ließ einige im Publikum an Loriot denken, der Auftritt andere wiederum an die Band "Residents" und ähnliche, die sich in der Popmusik bereits an dem Thema der Anonymität und der Masken abgearbeitet haben.

Eine Sprecherin, die mit dem Pseudonym Helene Duldung vorgestellt wurde, gab an, dass die Künstlerin gewissermaßen aus Protest gegen Identitätsfestschreibungen durch feste Namen, Herkünfte und Biografien für die Aufgabe, die Bundesrepublik auf der Biennale zu repräsentieren, "unter Zuhilfenahme algorithmischer und gesellschaftlicher Parameter" eine Namensvariante ausgewählt habe, die am ehesten für Integration stehen könne.

Die Sprecherin wies außerdem auf frühere Projekte der nunmehr also als Süder Happelmann anzuprechenden Künstlerin hin, die offenbar als Referenzen für das in Venedig zu erwartende gelten können. Ein Projekt von Süder Happelmann sei eine Klangskulptur, die sich kritisch mit dem Kampfpanzer Leopard 2A7 von der Firma Krauss-Maffei Wegmann auseinandersetze. Andere Arbeiten beschäftigten sich kritisch mit institutionellem Rassismus, der Globalisierung, mit Grenzen aber auch, sowie "ruinösen Räumen".

Francisca Zólyom, die Kuratorin, sagte, die Künstlerin wolle sich nun vor Ort in Venedig erst einmal ein Bild machen und schauen, "welche ruinösen Konzepte sich auftun." Mehr werde Ende Februar in Leipzig verraten.

Soweit die mehr oder weniger harten Fakten. Ein sogenannter Fun Fact findet sich in der Liste der Unterstützer. Denn dazu gehört diesmal auch ",So geht sächsisch.' Die Kampagne des Freistaates Sachsen.