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Kunst:Das Färberchen

Der Handwerker-Sohn wurde zum Meister, den Zeitgenossen als "furchterregendsten Intellekt, den die Malerei je besessen", feierten. Eine Ausstellung in Köln gilt dem Genie des jungen Tintoretto.

Von  Gottfried Knapp

Der Ehrgeiz, den ein blutjunger, handwerklich unerfahrener, aber von genialen Einfällen getriebener Maler entwickeln kann, wenn er gegen eine breite Phalanx erfolgreicher älterer Kollegen ankämpfen muss, lässt sich nirgendwo aufregender erleben als im Frühwerk des Malers Jacopo Robusti, der als Sohn eines Färbers im Jahr 1518 in Venedig geboren wurde, schon mit zwanzig Jahren Meister war, aber sich noch viele Jahre lang weit unter Wert anbieten musste, um an lohnende Aufträge zu kommen. Er hat den von den Kollegen verliehenen Spottnamen "Färberchen" - Tintoretto - offensiv zu seinem Markenzeichen gemacht und so sein künstlerisches Unangepasstsein, seine stilistische und kompositorische Freizügigkeit zum Programm gemacht.

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