bedeckt München 18°
vgwortpixel

Kunst-Auktion:Rekord-Erlös für Gemälde von Leonardo da Vinci

  • Ein Gemälde von Leonardo da Vinci ist in New York für 450 Millionen US-Dollar versteigert worden.
  • Das ist die höchste Summe, die je ein Kunstwerk erzielt hat.
  • Der Käufer wurde nicht bekannt gegeben.

Eine Versteigerungssumme so hoch wie noch nie: Das Gemälde "Salvator Mundi", angeblich aus der Hand von Leonardo da Vinci, ist für 450,3 Millionen Dollar (fast 382 Millionen Euro) in New York verkauft worden. Es ist damit nach Angaben des Auktionshauses Christie vom Mittwoch das teuerste je versteigerte Kunstwerk. Die Darstellung von Jesus Christus wurde zuvor auf etwa 100 Millionen Dollar (85 Millionen Euro) geschätzt.

Das um 1500 entstandene Bild soll eines von weniger als 20 bekannten Gemälden von da Vinci sein. Zeitweilig war angenommen worden, dass das Werk zerstört worden sei, bis es wieder entdeckt wurde. Es ist das einzige von da Vincis Kunstwerken, das in privaten Händen war. Verkauft hat es jetzt der der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew. Er hatte das Gemälde vor vier Jahren für umgerechnet rund 108 Millionen Euro gekauft. Der neue Käufer wurde zunächst nicht von Christie bekannt gegeben.

Einer der Vorbesitzer war der englische König Karl I.

Das 66 Zentimeter hohe Kunstwerk zeigt Jesus in Roben im Renaissance-Stil, seine rechte Hand ist wie zum Segen erhoben. In der linken Hand hält er eine Kristallkugel.

Einer der früheren Besitzer war der englische König Karl I., anschließend verschwand es bis zum Jahr 1900 aus der Öffentlichkeit. Danach ordneten Kunstsammler es einem von da Vincis Schülern zu und nicht dem Meister selbst.

Die Expertenmeinung über das Gemälde änderte sich später zwar. Aber bis heute gibt es noch immer Zweifler. Der Leipziger Kunsthistoriker Frank Zöllner etwa hält das Werk allenfalls für eine "Werkstattarbeit", an der da Vinci mitgearbeitet habe, sagt er im Vorfeld der Auktion dem Magazin Monopol. Wert: Kaum mehr als 20 Millionen US-Dollar. Das Verhalten des Auktionshauses kritisierte er als "höcht dubios".

Christie hatte das öffentliche Interesse an Leonardo da Vinci, einem der größten Künstler aller Zeiten, für sich genutzt. Eine Medienkampagne rund um "Salvador Mundi" lautete "Der letzte da Vinci". Vor der Versteigerung wurde das Gemälde in Hongkong, San Francisco, London und New York ausgestellt. Den bisherigen Weltrekord hatte das Picasso-Bild "Die Frauen von Algier (Version 0)" gehalten. Es wurde 2015 für 179,4 Millionen Dollar versteigert wurde.

© SZ.de/ap/afp
Zur SZ-Startseite