Neue Leitung für Bundeskulturstiftung:Im Auftrag der Kunst

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Neue Leitung für Bundeskulturstiftung: Katarzyna Wielga-Skolimowska löst im Herbst Hortensia Völckers als Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes ab.

Katarzyna Wielga-Skolimowska löst im Herbst Hortensia Völckers als Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes ab.

(Foto: Grzegorz Jakubowski/picture alliance)

Katarzyna Wielga-Skolimowska wird neue Direktorin der Kulturstiftung des Bundes.

Von Jörg Häntzschel

Als Austauschschülerin im Schwarzwald, das war für die 1976 in Warschau geborene Katarzyna Wielga-Skolimowska der erste Besuch im Ausland. Damals, 1991, und Ende der Neunziger, als sie in Berlin Theaterwissenschaft studierte, erschien ihr die Welt offen. Doch mit vertrackten internationalen Beziehungen und dem gespannten Verhältnis von Kultur und Politik machte sie als Kulturmanagerin bald ausgiebig Erfahrung, etwa als sie als Direktorin des Polnischen Instituts in Berlin aus politischen Gründen abgelöst wurde. Auch jetzt hat sie eine heikle Rolle: Sie ist Gründungsdirektorin des Goethe-Instituts in Saudi-Arabien.

Sie ist also gut vorbereitet auf ihren neuen Job: Im Herbst löst sie als Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes Hortensia Völckers ab, die in den Ruhestand geht. Über die Rolle der Kulturstiftung wird gerade mehr gesprochen denn seit Jahren. Einer der nationalen "Leuchttürme", den die Stiftung fördert, ist nämlich die Documenta. Obwohl der finanzielle Beitrag der Kulturstiftung im Vergleich zu dem von Land Hessen und Stadt Kassel gering ist, forderten in den vergangenen Wochen viele, der Bund müsse seine Beteiligung ausweiten und Mitgesellschafter werden, während andere das als unzulässig zurückwiesen, Kultur ist in Deutschland schließlich Ländersache.

Jedes Jahr verteilt die KSB 35 Millionen Euro

Diese Frage wurde auch schon diskutiert, als die KSB 2002 vom damaligen Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin gegründet wurde. Es gebe, fand man insbesondere seit der Wiedervereinigung, Kulturvorhaben mit nationaler Bedeutung, deren Finanzierung und Leitung man dem jeweiligen Bundesland nicht alleine überlassen könne. Seitdem hat die KSB jedes Jahr 35 Millionen aus dem Etat der Kulturstaatsministerin verteilt. Nicht nur für Großprojekte wie die Documenta, die Berlin-Biennale, die Donaueschingen Musiktage, das Berliner Theatertreffen, die Transmediale oder den Tanzkongress. Sondern auch für weniger bekannte Förderprogramme, die Theater- und Tanzgruppen, Kulturarbeit auf dem Land, Bibliotheken oder Projekten für Jugendliche zugutekommen. Meist geht es darum, Innovation und Modernisierung zu ermöglichen, für die die Mittel der Häuser und Organisationen nicht ausreichen.

Claudia Roth lobte Wielga-Skolimowskas "tief verwurzelte, emphatische Zuneigung zu den Künstlerinnen und Künstlern". Und ihren " international geprägten Erfahrungsschatz". Kultur, die einstige "Ländersache", ist nicht mehr nur eine nationale, sondern eine globale Angelegenheit.

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