KulturpolitikDie Weimerer Republik

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Collage: sted/SZ, Fotos: imago, AP, dpa

Der Konflikt um Wolfram Weimer und den Buchhandlungspreis zeigt: Wie in den USA wird Kultur zum Experimentierfeld, auf dem ideologische Verschiebungen schon mal erprobt werden.

Von Andrian Kreye

Es war sicher nicht geplant, dass Wolfram Weimer als buchstäblicher Buhmann zur Schlüsselfigur der diesjährigen Buchmesse in Leipzig werden sollte. Bei seiner Eröffnungsrede brandete ihm die Empörung ausgerechnet jener Leute entgegen, die er als Kulturstaatsminister doch eigentlich vertreten sollte. Aber da war eben das Fiasko mit dem Buchhandlungspreis, das damit begann, dass er drei Läden wegen Hinweisen des Verfassungsschutzes nicht auszeichnen wollte, und damit endete, dass er die Preisverleihung absagte. Dann grätschte er in der Woche vor der Messe mit der Ankündigung in die Debatte, dass der geplante Erweiterungsbau der Nationalbibliothek in Leipzig erst einmal ausgesetzt sei. Es sei in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß, Druckwerke zu sammeln, das ließe sich doch alles digitalisieren. Da vergaß man fast, dass er vor wenigen Wochen ja auch noch die ideologisch eigentlich unverdächtige Chefin der Berlinale, Tricia Tuttle, feuern wollte.

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