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Kulturpolitik:Neue Leute und mehr Geld für Italiens Kultur

Jahrlang mussten die italienischen Kunstinstitutionen mit einem weniger an Subventionen auskommen. Damit ist jetzt Schluss. Zudem werden viele Posten neu besetzt.

Von Thomas Steinfeld

Im vergangenen Jahr hatte Dario Franceschini, der italienische Kulturminister, die Leitung der zwanzig wichtigsten Museen des Landes international ausschreiben und neubesetzen lassen, darunter der Uffizien in Florenz und der Galleria dell'Accademia in Venedig. Auf sieben dieser Positionen wurden Nicht-Italiener berufen, zum Missfallen der Presse wie einheimischer Kunsthistoriker. In einer zweiten Besetzungsrunde schreibt das Ministerium nun zehn weitere Führungspositionen aus, wobei es sich bei den entsprechenden Einrichtungen hauptsächlich um archäologische Stätten handelt, also etwa um Herculaneum oder Ostia Antica, aber auch um das Schloss Miramare bei Triest. Die neuen Positionen gehen einher mit einer auch ökonomischen und kulturpolitischen Selbständigkeit der betroffenen Institutionen, wie sie es sie in Italien nie gab. Auch große Museen wie etwa die Uffizien waren bislang nicht nur in ihren Sammlungen und Darbietungen, sondern auch wirtschaftlich und politisch eng an die Regionen gebunden, in denen sie stehen. Zugleich wird in Italien nach vielen Jahren schrumpfender Budgets wieder mehr in Kunst- und Kulturstätten investiert: In den kommenden Jahren sollen, außerhalb der bisherigen Planungen, etwa 300 Millionen Euro für die Restaurierung von gut 200 gefährdeten Stätten zur Verfügung stehen.

© SZ vom 22.01.2016
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