Kulturpolitik - Lutherstadt Eisleben:Zukunft von Theater ist gesichert

Deutschland
Ein T-Shirt mit der Aufschrift "Was für ein Theater" trägt ein Techniker während eines Picknickkonzertes von der Staatskapelle Halle und dem Theater Eisleben. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Eisleben (dpa/sa) - Erleichterung in Eisleben: Die Zukunft des Theaters ist erst einmal gesichert. "Ich bin sehr, sehr glücklich und freue mich vor allem für die rund 50 Mitarbeitenden", sagte Eislebens Bürgermeister Carsten Staub (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Kreistag und Stadtrat hätten am vergangenen Mittwoch (14. Februar) und am Dienstag (20. Februar) einer Lösung zur Finanzierung des Hauses bis 2028 zugestimmt, bestätigten Landkreis und Stadt auf Anfrage.

Ende Januar hatten Landkreis und Stadt mitgeteilt, die Finanzierung des Gesellschafteranteils des Landkreises am Theater in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro für das Jahr 2024 über ein zinsloses Darlehen zu finanzieren. Nach der Zustimmung von Kreis- und Stadtrat sollen nun die Verträge mit dem Theater sowohl von Landkreis, Stadt und Land endgültig unterschrieben werden können.

Die Kulturwerk MSH gemeinnützige GmbH ist der Träger des Theaters. Landrat André Schröder (CDU) ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Der Landkreis ist Hauptanteilseigner, die Stadt ist mit 20 Prozent beteiligt. Der Kreis sieht sich derzeit in großer Finanznot.

Spätestens, nachdem das Theater Ende des vergangenen Jahres mitgeteilt hatte, Insolvenz anmelden zu müssen, wenn bis Ende Januar keine finanzielle Lösung gefunden wird, hatte das Bangen um die Kulturstätte begonnen. Zuvor hatte der Landkreis die Unterzeichnung des bereits ausgehandelten Theatervertrags für die Jahre 2024 bis 2028 mit der Stadt und dem Land abgesagt.

Das Kulturministerium in Magdeburg erklärte Ende Januar, man sei froh darüber, dass sich eine Lösung gefunden habe. Der Theatervertrag für die Finanzierung bis 2028 könne noch im Februar unterzeichnet werden, wenn alle Beteiligten zustimmten, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Sie betonte die kulturelle Bedeutung des Theaters Eisleben und auch dessen Bedeutung als Arbeitgeber. Auch eine Nachfolge für den bisherigen Intendanten soll nun zum 1. August gesucht werden. Der bisherige Theaterchef Ulrich Fischer geht in den Ruhestand. Nach Angaben von Staub liegen bereits Bewerbungen auf den Posten vor. Die Ausschreibung läuft noch bis 26. Februar.

Der Theatervertrag für das Theater Eisleben war nach Angaben des Kulturministeriums zuvor schon ausgehandelt worden. Er sieht demnach bis zum Jahr 2028 insgesamt 6,5 Millionen Euro Landesmittel vor. Im laufenden Jahr wären es rund 1,1 Millionen Euro. Die jährliche Summe wachse bis 2028 auf 1,45 Millionen Euro an. Bis 2028 erhalte das Theater zusätzlich 70.000 Euro jährlich für die bauliche Ertüchtigung.

Um den großen kommunalen Theatern Planungssicherheit zu geben, schließt das Land Sachsen-Anhalt mit den Trägern fünfjährige Theaterverträge. Sachsen-Anhalt beteiligt sich in den Jahren 2024 bis 2028 mit rund 276 Millionen Euro an der Finanzierung der kommunalen Häuser. Im Dezember waren die Verträge für mehrere Häuser unterzeichnet worden, es fehlten Eisleben und das Anhaltische Theater Dessau.

© dpa-infocom, dpa:240221-99-69466/2

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: