Zumindest fehlende Klarheit kann man den Kulturpolitikern der AfD nicht vorwerfen. Es werde ihm "Ehre und Freude sein, die Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff zu nehmen", erklärt etwa der AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Jongen auf Twitter. Der prominenteste Kulturpolitiker der AfD spricht ganz offen vom "Kulturkampf" seiner Partei. Im Mai vergangenen Jahres verlangt Tosca Kniese, damalige AfD-Landtagsabgeordnete in Thüringen, "sämtliche Klientel-Alimentierung im Kunstbereich zu streichen". Kunstförderung sollte sich ihrer Ansicht nach auf die "Bewahrung unseres kulturellen Erbes beschränken". Hans-Thomas Tillschneider, der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, beschimpft Kulturschaffende als "Lumpenproletariat an Möchtegern-Künstlern", die "eine Kunst produzieren, für die sich niemand interessiert". Seine Polemik gegen "Vertreter des linksliberalen Kulturestablishments im Land" nennt Tillschneider unmissverständlich eine "Kriegserklärung".
Neue RechteDer Kulturkampf
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Kleine Anfragen, Hassmails, Sachbeschädigung: Die Neue Rechte geht gegen Kunst und Kultur vor. Warum eignet sich dieser Bereich so gut als Feindbild und welche Rolle spielt die AfD in dem Ganzen?
Von Peter Laudenbach
