Neue Rechte:Der Kulturkampf

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Saxony-Anhalt Holds State Elections

Im Kampf gegen Kultur, die ihren Werten widerspricht: Hans-Thomas Tillschneider (l.) und Björn Höcke von der AfD.

(Foto: Sean Gallup/Getty Images)

Kleine Anfragen, Hassmails, Sachbeschädigung: Die Neue Rechte geht gegen Kunst und Kultur vor. Warum eignet sich dieser Bereich so gut als Feindbild und welche Rolle spielt die AfD in dem Ganzen?

Von Peter Laudenbach

Zumindest fehlende Klarheit kann man den Kulturpolitikern der AfD nicht vorwerfen. Es werde ihm "Ehre und Freude sein, die Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff zu nehmen", erklärt etwa der AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Jongen auf Twitter. Der prominenteste Kulturpolitiker der AfD spricht ganz offen vom "Kulturkampf" seiner Partei. Im Mai vergangenen Jahres verlangt Tosca Kniese, damalige AfD-Landtagsabgeordnete in Thüringen, "sämtliche Klientel-Alimentierung im Kunstbereich zu streichen". Kunstförderung sollte sich ihrer Ansicht nach auf die "Bewahrung unseres kulturellen Erbes beschränken". Hans-Thomas Tillschneider, der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, beschimpft Kulturschaffende als "Lumpenproletariat an Möchtegern-Künstlern", die "eine Kunst produzieren, für die sich niemand interessiert". Seine Polemik gegen "Vertreter des linksliberalen Kulturestablishments im Land" nennt Tillschneider unmissverständlich eine "Kriegserklärung".

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