DebatteDie Regeln des Kulturkampfs sind dabei, sich zu verändern

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Bei Cancel Culture geht es „darum, Normen zu etablieren und zu festigen“: Thomas Chatterton Williams.
Bei Cancel Culture geht es „darum, Normen zu etablieren und zu festigen“: Thomas Chatterton Williams. (Foto: JOEL SAGET/AFP)

Canceln? Können nicht nur die Woken. Ein Blick in die USA zeigt: In der Auseinandersetzung darüber, was sagbar ist und was nicht, betreibt die Rechte eine interessante Form der kulturellen Aneignung.

Gastbeitrag von Thomas Chatterton Williams

Christopher Rufo, sowohl als Autor des Buches „Amerikas Kulturrevolution“ als auch im Netz ein sehr meinungsstarker konservativer US-Aktivist, benötigte sechs Monate, um seiner eigenen Forderung zu widersprechen. Im Februar schrieb er noch, Posts in sozialen Medien dürften „kein Grund mehr für eine automatische gesellschaftliche und berufliche Auslöschung“ sein. Diese Haltung wird niemanden überraschen, der Rufos langjährigen Kreuzzug gegen linke „Cancel Culture“ verfolgt hat. Doch schon im August tat er es seinen Feinden gleich und schürte Empörung über alte Tweets der New-Yorker-Journalistin Doreen St. Félix. Das beweist nicht nur seine eigene Heuchelei, sondern unterstreicht auch, warum Kampagnen gegen unliebsame Äußerungen grundsätzlich abzulehnen sind.

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