Kulinarisches Kino auf der Berlinale:Gemüse ist unser Fleisch

Nur schade, dass das anschließende Essen diese Überzeugungskraft missen lässt. Im Rahmen der Berlinale präsentiert das Kulinarische Kino seit neun Jahren neue Filme rund um das Thema Essen, danach wird gemeinsam getafelt, immer passend zum Film. Prämierte Hauptstadtköche kredenzen Leckereien, vom Filmthema inspiriert, in mehreren Gängen, dazu die passenden Weine. Abschließend plaudert auf der Bühne im Spiegelzelt eine Expertenrunde über das Thema des Abends, damit das Publikum Essen und Film auch gründlich verdaut.

Die Puntarelle ist wieder da

Umso bedauerlicher, dass das Essen ausgerechnet zum Auftakt des Kulinarischen Kinos diesmal eher ratlos zurück ließ. Ausgerechnet zu diesem rührenden Film. Michael Hoffmann als ehemaliger Chef des Berliner Gourmetrestaurants Margaux zeigte mit Puntarelle (wiederentdeckte alte Chicorée-Art) und geräucherter Erbsencreme zwar ganz im Sinne des Filmes, dass vier Gänge mühelos fast ohne Tierisches auskommen. Aber so wie Gemüsekost und Veganes in den vergangenen Jahren zelebriert wurden, hätte das Ergebnis an diesem Abend ruhig ein bisschen begeisternder ausfallen können.

Vielleicht aber hätte das Essen diesmal auch gar nicht gegen den Hauptdarsteller des Films anstinken können, denn Niels saß mit im Spiegelzelt und stand immer wieder stolz auf, wenn sein Name fiel, um seine neuen Fans anzustrahlen. Bei so viel Überschuss an Lebensenergie in seiner Mitte war das Publikum gleich weniger hungrig.

© SZ.de/rus/cag
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