Künstliche Intelligenz:Der süße Duft der Intelligenz

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Künstliche Intelligenz: Für die Unterscheidung von Gerüchen gibt es im menschlichen Körper rund 400 Geruchsrezeptoren.

Für die Unterscheidung von Gerüchen gibt es im menschlichen Körper rund 400 Geruchsrezeptoren.

(Foto: imago stock/Science Photo Library)

Maschinen können immer besser Gerüche erkennen. Aber wollen wir das wirklich?

Von Andrian Kreye

Maschinen können riechen. Das mag kein großer Schritt für die Menschheit sein, aber in der Entwicklung künstlicher Intelligenzen (KIs) war das eine der letzten Grenzen zu einer Sinneswahrnehmung, die der Natur der Säugetiere nahekommt. Hören, sehen und tasten konnten sie schon. Jetzt können sie auch Aromen unterscheiden, Gas und Gammelfleisch aufspüren, feststellen, dass es im Taxi stinkt oder das neue Auto wunderbar duftet. Wem es jetzt langsam reicht mit der digitalen Eroberung der Menschlichkeit, ist da auf der richtigen Spur, weil Riechen und Schmecken die beiden Sinne sind, die ohne die Filter der Erfahrung und der kulturellen Prägung direkt ins emotionale Zentrum greifen. Das macht Covid zu einer psychologisch so schwierigen Angelegenheit, weil der Verlust des Riechens und des Geschmacks zwar nicht lebensbedrohlich ist, die psychologische Wirkung aber gewaltig. Der Verlust des Geruchssinns führt - ob mit oder ohne Covid - zu schweren Depressionen und psychischen Störungen. Der Tweet einer Kollegin illustriert das ganz gut in umgekehrter Richtung: "Ja Sex ist geil - aber habt ihr schon mal nach einer Corona-Infektion langsam euren Geschmackssinn zurückbekommen?"

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