Künstliche Intelligenz„Neue Dimension der Fake History“

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Dieses Bild kommt auf Facebook gut an: Angeblich soll es einen US-Soldaten bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald mit zwei jungen Häftlingen zeigen. Dass diese Aufnahme durch eine KI erstellt wurde, wird im Begleittext verschwiegen. Die SZ hat das hier nachträglich mit einem Wasserzeichen gekennzeichnet.
Dieses Bild kommt auf Facebook gut an: Angeblich soll es einen US-Soldaten bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald mit zwei jungen Häftlingen zeigen. Dass diese Aufnahme durch eine KI erstellt wurde, wird im Begleittext verschwiegen. Die SZ hat das hier nachträglich mit einem Wasserzeichen gekennzeichnet. (Foto: Quelle: Facebook/Historic Voices)

Ein jüdischer Junge, der in Auschwitz Geige spielt. Ein Soldat, der in Dachau menschliche Knochen vor dem Krematorium einsammelt: Bilder, die Szenen aus Konzentrationslagern zeigen, fluten derzeit soziale Medien. Das Problem: Sie sind durch KI erstellt.  Über ein makaberes Geschäft auf Kosten historischer Fakten.

Von Thomas Radlmaier und Amely Wild

Auf dem Schwarz-Weiß-Bild ist ein Mann in Uniform und Helm zu sehen. Er trägt zwei geschwächt wirkende Kinder in gestreifter Kleidung in seinen Armen. Im unscharfen Hintergrund verläuft ein Stacheldrahtzaun. Der Facebook-Account, der das Bild geteilt hat, liefert auch einen Begleittext. Die Aufnahme zeige demnach einen Moment von der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald im April 1945 durch die US-Armee. Die zwei jungen Häftlinge seien zu schwach zum Laufen gewesen, heißt es. Der GI habe sie hochgehoben, ohne zu zögern; Zeugen hätten gehört, wie er unter Tränen gerufen habe: „Diese Jungs kommen mit mir.“ Eins der Kinder habe später gesagt: „An diesem Tag habe ich gelernt, wie Engel aussehen.“ Fast 2000 Facebook-Nutzer haben das Bild gelikt, fast 300 Mal wurde es geteilt.

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