"Krebs fühlen":Angst und Hoffnung

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Die Diagnose Krebs weckt viele, widersprüchliche Gefühle. Lange wurden sie abgewehrt. Wie sich das änderte, zeigt Bettina Hitzer in ihrer Emotionsgeschichte.

Von Birte Förster

Als mein Großvater 1980 unmittelbar nach seinem 60. Geburtstag ins Koma fiel und eine Woche später an einer aggressiven Form von Leukämie starb, hatte niemand in seiner Familie - und wohl auch er nicht- von seiner Krebserkrankung gewusst. Bei seinem letzten Check-up hatte der schon recht betagte Hausarzt ihm die Erkrankung vermutlich verschwiegen, eine Praxis, die fast das gesamte zwanzigste Jahrhundert lang üblich war, wie man in Bettina Hitzers Buch "Krebs fühlen" erfahren kann. Man wollte den Erkrankten die Hoffnung auf ein Weiterleben nicht nehmen, sie nicht in Verzweiflung stürzen, ihnen ihre Würde lassen. Das war die weit verbreitete Haltung unter den behandelnden Medizinern, trotz anderslautender Gerichtsbeschlüsse aus den Jahren 1932, 1940 und 1959, die das Selbstbestimmungsrecht der Krebskranken stärkten.

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