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Konzert:Löwenmut

Loriia

Die aufstrebende Münchner Pop-Sängerin Loriia hat gerade ihre erste EP veröffentlicht.

(Foto: Loriia)

Die Sängerin Loriia bei "Munich Rocks!"

Der Wunsch, allen zu zeigen, dass insgeheim ein Löwe in einem schlummert, der könnte durch das aktuell im Kino laufende, digital gepimpte Remake eines Disney-Klassikers inspiriert sein. Tatsächlich hat der Song "Lion" von Lotte Friederich aka Loriia als Single aber schon ein paar Monate auf dem Buckel. Und er hat laut der jungen Komponistin und Musikerin, die an der Münchner Musikhochschule Jazzgesang studiert, einen persönlichen Hintergrund. Denn mit diesem Gefühl, aus der eigenen Haut nicht recht herauszukommen, habe sie Jahre lang gelebt. "Treat me like a lion, even if you don't believe" fordert sie im Song, der nun auch ihre offiziell am 26. Juli beim Münchner Label Redwinetunes erscheinende Debüt-EP "Heaven (is not made for you)" eröffnet.

Wie die Neugeburt als Löwin klingt das Lied dann aber doch nicht. Zumindest nicht am Anfang, wo Loriia zu elektrischen Beats noch etwas zaghaft und mit leicht gebrochener Stimme vom Verstecken im Dunklen singt. Erst beim Chorus bekommt das Ganze, getragen von Synthesizer-Akkorden, eine gewisse Emphase, verbunden mit einem Text, aus dem der Wunsch nach Anerkennung spricht.

Als Musikerin hat Loriia diese ein Stück weit schon gefunden. "Lion" lief auf mehreren Radio-Sendern und hat der 26-Jährigen einen kurzen Sprung in die Top 300 der deutschen Air Play Charts beschert. Genauso wie Auftritte im Vorprogramm von Künstlern wie Joan As Police Woman, Laurel oder Pale Waves. Ihre EP stellt Loriia, die für ihre Outfits mit der Ukrainerin Anna Rai ihre eigene Designerin hat, nun mit Band an diesem Donnerstag bei "Munich Rocks!" im Ampere vor.

Neben "Lion" sind darauf vier weitere Studio-Tracks zu hören, die Christian "Taison" Heiß (Lali Puna, Portmanteau) produziert hat. Allesamt bieten sie intimen Kammerpop, der mit seinen verspielten Beats und atmosphärischen Elektrosounds manchmal an den Trip-Hop der Neunzigerjahre erinnert und teilweise auch an die Klangbasteleien eines Thom York oder James Blake. Ein leicht jazziges Flair verströmt dagegen die Klavierballade "Burned By Your Glance", die es auf der EP als Live-Bonus-Track zu hören gibt. Auch hier singt Loriia über persönliche, seelische Schwächen, und das so eindringlich, dass man bald anerkennend feststellt: Die eigenen Schwächen und Sehnsüchte nicht zu verstecken, sie sich einzugestehen und öffentlich zu zeigen, dafür braucht es den wahren Löwen-Mut.

Loriia: Heaven (is not made for you); Redwinetunes, live am Donnerstag, 25. Juni, 20.30 Uhr, Ampere, Zellstraße 4, Eintritt frei