Wenn es nur um die Sache ginge, um die Kultur also, die doch anscheinend das Wichtigste, ja das Einzige ist, was Berlin zu bieten hat: Dann wäre Sarah Wedl-Wilson geblieben, was sie bis zur vergangenen Woche war – die Kultursenatorin der Hauptstadt. Und zurückgetreten wären ein paar Männer aus der Berliner CDU, vor allem Christian Goiny, der Haushaltsexperte im Abgeordnetenhaus, und Dirk Stettner, der Fraktionsvorsitzende, zwei Politiker, die, zu Recht, schon in Berlin nicht besonders bekannt sind, was offensichtlich an dem Format liegt, das sie nicht haben. Und weil er Goiny und Stettner nicht zur Ordnung gerufen hat, hätte vielleicht auch Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister, ein starkes Zeichen setzen können für Berlin, die Berliner Kultur und die Berliner CDU, indem er ebenfalls zurückgetreten wäre. Dass er in fünf Monaten, wenn ein neues Abgeordnetenhaus gewählt wird, Regierungschef bleiben kann, glaubt niemand in der Stadt. Und außerhalb, im Rest des Landes, ist Wegner nur berühmt für seine Pannen und die ungeschickten Ausreden.
DebatteWo sind die Konservativen, wenn man sie braucht?
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In Berlin hat sich Vetternwirtschaft als Kampf gegen Antisemitismus getarnt, Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson musste gehen. Dabei wäre eine bürgerliche Kulturpolitik derzeit so wichtig.
Essay von Claudius Seidl
