Komponist für Hollywood und Broadway Marvin Hamlisch ist tot

Der Ragtime-Ohrwurm aus "Der Clou", ein James-Bond-Song, die Musik von "A Chorus Line" - Marvin Hamlisch galt als einer der besten Komponisten zwischen Hollywood und Broadway. Jetzt ist er im Alter von 68 Jahren gestorben.

Den Namen kennen nur Filmfreunde, seine Musik praktisch jeder: Marvin Hamlisch, einer der erfolgreichsten Filmmusik- und Musicalkomponisten der vergangenen Jahrzehnte, ist tot. Der Schöpfer des Titels "The Entertainer" aus dem Film "Der Clou" und des Musicals "A Chorus Line" starb am Montag in Los Angeles, wie sein Sprecher mitteilte. Zur Todesursache hieß es, Hamlisch sei nach einer kurzen, schweren Krankheit gestorben. In der Öffentlichkeit war nichts über eine Erkrankung des 68-Jährigen bekannt gewesen.

Marvin Hamlisch bei einem Auftritt im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills im November 2011.

(Foto: AP)

Hamlisch gewann im Laufe seiner Karriere drei Oscars, vier Emmys, vier Grammys, zwei Golden Globes, einen Tony Award und einen Pulitzerpreis. Seine Musik untermalt mehr als 40 Spielfilme. Das Multitalent wirkte zudem regelmäßig bei verschiedenen US-Symphonieorchestern als Dirigent.

Hamlisch wurde 1944 in New York geboren und stammt aus einer jüdischen Familie, die ihre Wurzeln in Wien hat - genau wie Barbra Streisand, mit der er jahrzehntelang zusammenarbeitete. Der Song "The way we were" aus dem Film "So wie wir waren" wurde für beide einer der größten Erfolge. Hamlisch bekam dafür 1973 gleich zwei Oscars, einen dritten im selben Jahr für die Ragtime-Melodie aus dem Film "Der Clou". Seine Adaption der ursprünglichen Melodie von Scott Joplin wurde zum Gassenhauer. Drei Oscars auf einmal - das hatte vor ihm erst ein Mensch geschafft: Billy Wilder im Jahr 1960.

Auch für den James-Bond-Film "Der Spion, der mich liebte" (1977) komponierte Hamlisch. "Nobody Does it Better" ist sein Beitrag zu den Bond-Songs.

"In einer Karriere, die Film, Fernsehen, Bühne und Musik umfasste, hat Mister Hamlisch so ziemlich jeden Preis gewonnen, den es für jedes Medium gibt", heißt es im Nachruf der New York Times.

Im Blatt selbst hatte Hamlisch sich noch im vergangenen Monat zu Kritiken geäußert: "Ich bin kein Typ, der sagt, er lese nie Kritiken. Ich glaube solchen Menschen nicht, ich glaube, die lesen sie sehr wohl. Meine Lieder sind meine Babys. Und es ist, als ob ich im Krankenhaus von einem Neugeborenen ein Foto mache, es einem Freund zeige, und der sagt: "Ich gebe Dir 'ne 3!". So funktioniert Kritik."