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Komödie:Kill den Bieber!

Film

Neu modelliert: Ben Stiller und Owen Wilson.

(Foto: Paramount)

"Zoolander 2": Nach 15 Jahren Pause setzt Ben Stiller als Regisseur und Hauptdarsteller seine Kultkomödie über die Modewelt ziemlich chaotisch fort.

Von Fritz Göttler

Es beginnt mit Pop Action, einem rasanten Parcours: ein junger Typ mit Hoodie, von Motorradgangstern gehetzt durch die Gassen von Rom, ohne Chance. Junge, selbstverliebte, überhebliche Burschen wilde Sachen machen lassen, das ist das Motto der Zoolander-Filme von Ben Stiller.

Der Junge, der in den ersten Minuten zur Strecke gebracht wird, ist Justin Bieber. Im Selfie, mit dem er seinen Tod festhält, setzt er den legendären Blue-Steel-Blick auf. So kommt Derek Zoolander ins Spiel, der ihn kreierte, im ersten Film aus dem Jahr 2001. Damals war er das begehrteste männliche Model der Welt. In "Zoolander 2" ist er desillusioniert, müde, abgetaucht in den ewigen Winter von New Jersey. Aber die Top-Fashion-Leute haben dennoch haufenweise Ben Stiller die Bude eingerannt und sich zu kleinen Auftritten im neuen Film bereit erklärt, Anna Wintour, Marc Jacobs, Tommy Hilfinger, auch Sting, im Beichtstuhl. Seinerzeit, im ersten "Zoolander", hatte es gerade mal Paris Hilton und Donald Trump gegeben.

Der Film kam wenige Wochen nach den Terrorangriffen vom 11. September heraus, und er war ein Reinfall. Zu intensiv war er Teil jener dekadenten, überdrehten westlichen Welt, die damals in Frage gestellt wurde. Erst im Lauf der folgenden Jahre gewann er seine Reputation, seinen Kult auf DVD. Und es wurde Zeit für eine Fortsetzung.

Eine böse Geheimorganisation killt nun das schöne Jungvolk auf der ganzen Welt. Zoolander und sein Kumpel Hansel (Owen Wilson) sollen etwas dagegen unternehmen, Penélope Cruz assistiert als Spezialagentin, und natürlich erweist sich der lagerfeldeske Mugatu (Will Ferrell) wieder als ihr Widersacher. Kiefer Sutherland trägt ein Quentchen Buddy-Glück bei.

Die Komödie ist, wie die erste, ein gewaltiger Verhau. Sie versucht, ein paar Sachen ins Absurde und Hysterische zu ziehen - Weltherrschaftssekten, James Bond, Laufstege -, die an sich schon mehr als absurd sind. Meint die Modewelt tatsächlich, durch ihr Mitmachen hier einen neuen Grad an Selbstreflexivität zu erringen? Es ist, als schriebe man für Neunjährige, hat Justin Theroux, der am Drehbuch mitwerkte, bemerkt.

Ben Stiller ist einer der letzten Träumer von Hollywood, das hat er uns mit seinem "Walter Mitty" bewiesen. Kühn ist hier, wie er einen ganzen Film mit einem einzigen Gesichtsausdruck, einem einzigen Blick durchzieht. Selbst beim entscheidenden Moment braucht er nicht mehr - wenn Zoolander erstmals seinem Sohn gegenüber tritt.

Zoolander 2, USA 2016 - Regie: Ben Stiller. Buch: John Hamburg, Ben Stiller, Nick Stoller, Justin Theroux. Kamera: Dan Mindel. Schnitt: Greg Hayden. Musik: Theodore Shapiro. Mit: Ben Stiller, Owen Wilson, Will Ferrell, Penélope Cruz, Kristen Wiig, Fred Armisen, Billy Zane, Justin Theroux, Benedict Cumberbatch, Justin Bieber, Susan Sarandon, Kiefer Sutherland, Tommy Hilfiger. Paramount, 102 Minuten.

© SZ vom 26.02.2016

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