OperAn den Bedeutungskurbeln gedreht

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Alles im „Don Giovanni“ ist Aufstand, dem kann sich auch der bekennende Buddhist Kirill Serebrennikow nicht entziehen.
Alles im „Don Giovanni“ ist Aufstand, dem kann sich auch der bekennende Buddhist Kirill Serebrennikow nicht entziehen. Frol Podlesnyi

Kirill Serebrennikow bringt in Berlin Mozarts „Don Giovanni“ mit dem tibetanischen Totenbuch zusammen – und verrätselt dadurch das vertrackte Erotikstück endgültig.

Von Wolfgang Schreiber

Gleich der erste Schock in einem kaum leicht zu verstehenden Mozart-Theater landet punktgenau im Bild des Anfangs, grundiert vom d-Moll-Furor der Ouvertüre. Wir sehen – der Held ist nicht mehr. Mozarts „Don Giovanni“ an Berlins Komischer Oper, inszeniert von dem russischen Film-, Opern- und Theaterregisseur im Exil Kirill Serebrennikow, beginnt anders als im Original mit dem Tod des genial verruchten Frauenjägers, die Bestattung ruft alle herbei. Da liegt er auf leerer Bühne im Kasten, in voller Länge aufgebahrt, während die in Trauerschwarz gekleideten Protagonisten der Oper aufgewühlt um den Sarg herumgeistern und dem Toten die Blumen gönnen. Serebrennikow, für Regie, Bühnenbild und Kostüme zuständig, nennt sein Glaubensbekenntnis für Mozarts 1787 in Prag erschienene Oper schlicht nur: „Der Tod ist die Wahrheit.“

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