... soll Kilroy verunsichert haben. Der US-Autor Charles Panati beschreibt einen Vorfall, der sich während der Potsdamer Konferenz 1945 zugetragen habe: Für ein vertrauliches Gespräch betrat Josef Stalin ein neu errichtetes Gebäude, das ausschließlich für ihn, Winston Churchill und Harry Truman reserviert war. Beim Verlassen des Gebäudes hörte ein Dolmetscher Stalin mit verblüfftem Gesichtsausdruck fragen "Wer ist Kilroy?".

Heute hat diesen Slogan jeder zumindest unbewusst einmal an der Toilettenwand oder in einer Unterführung gelesen. Laut Panati soll der Satz auf den Gipfel des Mount Everest, an die Fackel der Freiheitsstatue, auf die Unterseite des Pariser Triumphbogens, auf die Marco-Polo-Brücke in China, auf Hütten in Polynesien, auf einen Träger der George-Washington-Brücke in New York sowie von einem Astronauten in Mondstaub geschrieben worden sein.

Kilroy hielt Einzug in die Populärkultur, es gibt zahllose Anspielungen in Filmen, TV-Serien und Videospielen. Die weltbekannte Rockband Styx nannte ihr elftes, 1983 erschienenes Studioalbum Kilroy was here (Die Platte blieb hinter den Erwartungen zurück und leitete schließlich den Untergang der Band ein). Auch der Schriftsteller Thomas Pynchon erwähnt Kilroy in einem seiner Romane.

Der alte Schiffsinspektor hat womöglich nie erfahren, dass sein Name sich auf dem gesamten Erdball verbreitete.

Doch seit dem berühmten Kilroy hat sich in der Szene einiges getan: 

16. Dezember 2010, 13:362010-12-16 13:36:40 © sueddeutsche.de/kelm