bedeckt München 18°
vgwortpixel

Klassik:Verschollene Oper

Der französische Komponist Albéric Magnard starb 1914, während er sein Anwesen gegen deutsche Soldaten verteidigte. Das Haus wurde angezündet, wobei auch der erste und dritte Akt seiner Oper "Guercœur" on verbrannten. Bis dahin hatte es nur zwei konzertante Darbietungen des 1901 vollendeten Werkes gegeben. Anhand des Klavierauszugs von Joseph Guy Ropartz rekonstruiert, wurde die tragédie en musique 1931 an der Pariser Oper uraufgeführt. Seitdem hat es keine szenische Einrichtung der bühnentauglichen Geschichte gegeben: Der Ritter Guercœur kehrt aus dem Jenseits auf die Erde zurück, wo er bald mit dem Kontrast alltäglicher Banalitäten zum himmlischen Ideal zu kämpfen hat. Nun hat das Theater Osnabrück sich Magnards Oper angenommen und präsentiert unter der Regie von Dirk Schmieding und der musikalischen Leitung von Andreas Hotz nach 88 Jahren die zweite Bühnenproduktion von "Guercœur", und zugleich die deutsche Erstaufführung - ein geborgenes Juwel.