Die Landeshauptstadt Kärntens ist mit etwa 100 000 Einwohnern die größte Stadt im Bundesland. In die Metropole Wien sind es knapp vier Stunden, ins slowenische Ljubljana nur anderthalb. Die kleine Großstadt, am Ostufer des berühmten Wörthersees gelegen, ist denn auch durchaus südlich geprägt und von der Kultur der slowenischen Minderheit durchwirkt. Sie wurde von Reformation und Gegenreformation durcheinandergewirbelt und von den Franzosen besetzt, die Nazis machten sie zur Hauptstadt des Gaus Kärnten und ließen dort ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen bauen. Nach dem Krieg zogen zeitweilig die Briten ein; Titos Truppen, die etwa 300 Kärntner verschleppten, hatten das Nachsehen. Politisch war Klagenfurt vor allem in der Ära des FPÖ-Politikers Jörg Haider in den Schlagzeilen, in dessen Ägide der Aufstieg der Hypo-Alpe-Adria-Bank fiel, deren Niedergang den Steuerzahler letztlich etwa neun Milliarden Euro kostete. Heute ist die Landeshauptstadt vor allem ein nettes Städtchen mit Universität, Theater, Flughafen und einem sehr bunten und munteren Kulturangebot, von dem der seit 1976 alljährlich ausgerichtete Ingeborg-Bachmann-Preis international sicher das bekannteste ist.
Aktuelles LexikonKlagenfurt

Lebenswertes Großstädtchen in Kärnten mit Uni, Flughafen, See und Literaturpreis.
Von Cathrin Kahlweit