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Russland:Regisseur Serebrennikow aus Hausarrest entlassen

Theaterregisseur Kirill Serebrennikow

Muss die Polizei nach seiner Freilassung weiter informieren, wenn er Moskau verlassen will: Kirill Serebrennikow.

(Foto: dpa)

Mehr als anderthalb Jahre saß der Russe in Hausarrest. Nach internationalen Protesten ist er mit Einschränkungen nun wieder in Freiheit.

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow ist überraschend nach rund anderthalb Jahren aus dem Hausarrest entlassen worden. Der 49-Jährige dürfe die Stadt aber nicht unerlaubt verlassen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf ein Moskauer Gericht. Demnach muss er bei der Polizei um Erlaubnis bitten, wenn er Moskau verlassen will. Sein Reisepass ist eingezogen. Serebrennikow sagte nach der Entscheidung, dass er nun wieder ungehindert arbeiten wolle. Menschenrechtler begrüßten die Entscheidung des Gerichts.

Serebrennikow befindet sich seit mehr als anderthalb Jahren im Hausarrest. Im Sommer 2017 wurde er wegen angeblicher Unterschlagung von Fördergeldern bei den Dreharbeiten zu seinem Film "Leto" (Sommer) festgenommen. Die russische Justiz wirft Serebrennikow sowie weiteren Angeklagten Veruntreuung staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe vor. Der Regisseur weist das zurück.

Vergangene Woche erst war der Hausarrest für Serebrennikow um drei Monate verlängert worden. Das Verfahren steht international als inszeniert in der Kritik. Filmstars, Theaterschaffende und Politiker haben Russland aufgefordert, die Verfolgung liberaler Künstler zu beenden.

Immer wieder gab es Vorwürfe, die Ermittler hätten nichts in der Hand gegen Serebrennikow. Der 49-Jährige arbeitet trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit von seiner Wohnung aus. So führte die Staatsoper Hamburg im März seine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper "Nabucco" auf. Auch die Oper Stuttgart und weitere Häuser hatten Aufführungen trotz Abwesenheit des Regisseurs auf die Bühne gebracht. Am Wochenende erhielt er den renommierten russischen Filmpreis "Nika" - für die beste Regie. Sein voriges Jahr auch in Deutschland gezeigter Film "Leto" erzählt die Geschichte des sowjetischen Rockstars Viktor Zoi.

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