Dieser gesamtrote Zausel, auch Cowboyhut, Cowboystiefel und Zottelhaar sind rot, gehört in seiner gut gelaunten Frechheit ganz eindeutig nicht zum "Freischütz"-Personal. Aber dem Publikum im Amsterdamer Opernhaus ist er drei Stunden lang ein zuverlässiger Begleiter durch Carl Maria von Webers Oper: kommentierend, moderierend, singend, alles auf Englisch. Odin Lund Biron nutzt schamlos seine Sonderrolle als "Der Rote" aus, tänzelt, zählt den Frauenproporz im Stück (natürlich sind es sehr viel mehr Männer), gibt den Stammtischphilosophen, ermittelt Befindlichkeiten und Eifersüchteleien in einem Opernensemble bei der Probe. Das Publikum ist amüsiert, kichert, lacht. Die packende Aufführung wird am Ende ausgiebig gefeiert. Es ist ein Triumph des Theaters.
Kirill SerebrennikowEin Genie kehrt zurück
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Kirill Serebrennikow zeigt in Amsterdam mit dem "Freischütz", seine erste Operninszenierung nach dem Hausarrest in Moskau. Haben ihn die Jahre mürbe gemacht?
