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Kinofilme 2011:Ein Herz und eine Krone

Ein verklemmter König und ein Verbrecher mit Gefühlen: Viele für den Oscar nominierte Filme laufen in Deutschland erst 2011. Und das kommende Filmjahr hält noch mehr Vielversprechendes bereit. Ein Überblick

Charlotte Frey

11 Bilder

Colin Firth

Quelle: AP

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Die Nominierungen für die Oscars sind verkündet, ein Großteil der Filme läuft in Deutschland erst 2011. Doch das kommende Filmjahr hält noch mehr Vielversprechendes bereit.

Einen klaren Favoriten hat die diesjährige Oscar-Verleihung bereits, und es mag den ein oder anderen überrascht haben, dass es sich dabei um keinen amerikanischen Helden sondern einen britischen König handelt.

The King's Speech startet in Deutschland am 17. Februar, Regisseur Tom Hooper verfilmte einen Teil der Lebensgeschichte von King George VI. und dessen Kampf um ein stotterfreies Leben. Auf insgesamt zwölf Oscars, unter anderem für den besten Film und den besten Hauptdarsteller (Colin Firth) kann The King's Speech hoffen.

Darum geht's genau:

Für Albert (Colin Firth), Duke of York, gibt es nichts Schlimmeres als öffentliche Reden zu halten, denn er stottert. Als sein Vater stirbt und sein großer Bruder abdankt um eine Bürgerliche heiraten zu können, wird Albert zu King George VI.. Da die bisherigen Versuche der Sprachkorrektur gescheitert sind, nimmt seine Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter), die spätere Queen Mum, das Problem in die Hand und engagiert den unkonventionellen Sprechtrainer Lionel Logue (Geoffrey Rush). Es ist der Anfang einer lebenslangen Freundschaft.

Colin Firth gilt nach der Auszeichnung mit dem Golden Globe als klarer Favorit, schärfster Konkurrent ...

Text und Bildauswahl: Charlotte Frey/sueddeutsche.de/kar

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Quelle: AP

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... um die Auszeichnung ist mit Sicherheit sein spanischer Kollege Javier Bardem. Der gewann für seinen Part in Biutiful (in Deutschland vom 10. März an) bereits die Goldene Palme in Cannes.

Regisseur Alejandro González Iñárritu, bekannt durch seine Trilogie Amores Perros, 21 Gramm und Babel, erzählt die Geschichte eines Kleinkriminellen, der seinen guten Kern in sich entdeckt. 

Darum geht's genau:

Uxbal (Javier Bardem) ist ein Kleinkrimineller aus Barcelona, der sich und seine Kinder mit dubiosen Geschäften über Wasser hält. Als Uxbal erfährt, dass er Krebs hat, versucht er sein Leben neu zu ordnen.

Ebenfalls ein heißer Oscar-Favorit ist ...

The Fighter

Quelle: Senator Film

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... mit immerhin auch sieben Nominierungen die Geschichte zweier Brüder, die Regisseur David O. Russel  in seinem Film The Fighter (Deutschlandpremiere am 7. April) erzählt.

Darum geht's genau:

Der Film dreht sich um das Leben von Dick Eklund (Christian Bale) und seinen Halbbruder Mickey Ward (Mark Wahlberg), die aus der irischen Unterschicht einer Arbeiterstadt in Massachusetts stammen und in einer rauen und grauen Welt aufwachsen. Mickey und Dick kämpfen an zwei verschiedenen Fronten: der eine an der Sportfront als Boxer und der andere an der Gewalt- und Drogenfront. Erst die Zusammenarbeit der beiden, als Boxer und Trainer, bringt ihre Leben wieder in Ordnung.

Noch einmal drei Nominierungen mehr ...

Jeff bridges, Hailee Steinfeld

Quelle: AP

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... konnte sich, auch wenn es vielleicht überraschend klingt, ein Western sichern.

True Grit  startet in Deutschland am 24. Februar und ist kein reines Remake des Western-Klassikers Der Marshall von 1969, in dem John Wayne die legendäre Hauptrolle verkörperte, sondern eine Neu-Adaption. In dem Spätwestern spielen neben Oscar-Preisträger Jeff Bridges auch Matt Damon, Josh Brolin und die Newcomerin Hailee Steinfeld. In den USA lief der Film schon und spielte das Dreifache des Budgets ein - in weniger als zwei Wochen. Zehnmal ist True Grit für den Oscar vorgeschlagen und eröffnet die 61. Internationalen Filmfestspiele in Berlin.

Darum geht's genau:

Nach dem Mord an ihrem Vater ist die 14-jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) fest entschlossen, die Tat nicht ungesühnt zu lassen. Sie wendet sich an den trunksüchtigen und korrupten US-Marshall Rooster Cogburn (Jeff Bridges) und bietet ihm 100 Dollar, damit er ihr hilft, den Mörder Tom Chaney (Josh Brolin) zu fassen und ihn der gerechten Strafe zuzuführen. Widerwillig lässt sich Cogburn überreden, Mattie auf die Suche mitzunehmen.

Immerhin Hoffnungen auf einen Oscar kann sich ...

Bryce Dallas Howard, Matt Damon

Quelle: AP

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... das Fantasydrama Hereafter machen, Deutschlandstart ist am 27. Januar. Ein Film über Spiritualität, Vergänglichkeit, Tod und Trauer, ein Film, der sich die alles entscheidende Frage stellt: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Der Schauspieler, Regisseur, Produzent und Komponist Clint Eastwood lässt sich auf einen alten und doch für ihn ungewöhnlichen Stoff ein.

Darum geht's genau:

George (Matt Damon) hat eine Gabe, er kann Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen. Die Französin Marie (Cécile de France) hatte eine Nahtod-Erfahrung. Marcus (Frankie McLaren), ein Junge aus London, verliert jemanden, der ihm sehr nahe stand. Jeder Einzelne von ihnen sucht nach Antworten. Ihre Wege kreuzen sich.

Doch die Oscar-Anwärter sind nicht die einzigen vielversprechenden Filme, die ...

Die Kinder von Paris

Quelle: Constantin Film

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... in diesem Jahr in die deutschen Kinos kommen.

Die Kinder von Paris (Start am 10. Februar 2011) spielt im Jahr 1942, als deutsche Truppen Frankreich besetzten. Mit großer Anteilnahme und in bewegenden Bildern dokumentiert Rose Bosch das Schicksal von Joseph Weismann, der die Torturen der Zeit als kleiner Junge mit- und überlebte. Zum Ensemble gehört Weltstar Jean Reno (Die purpurnen Flüsse), der einen jüdischen Arzt spielt. Allein in Frankreich lockte der Film drei Millionen Zuschauer in die Kinos und löste eine hitzige gesellschaftliche Diskussion aus.

Darum geht's genau:

Paris 1942: Der elfjährige Jo Weismann ist ein cleverer Junge, der voller Vorfreude auf die bevorstehenden Sommerferien ist. Doch als er an einem Morgen im Juni erwacht, muss er feststellen, dass sich sein Leben auf einen Schlag verändert. Massenrazzien, Deportationen, Trennungen:  Eine Zeit des Grauens beginnt, in der die jüdische Familie einen Schicksalsschlag nach dem anderen erleben muss.

Pina -  Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren

Quelle: NEUE ROAD MOVIES/Donata Wenders

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Nach dem Tod der berühmten Choreografin und Tänzerin Pina Bausch hatte Regisseur Wim Wenders seine Filmpläne zunächst ausgesetzt. Jetzt ist seine Ode an den Tanz und an die unglaubliche Tänzerin fertig, Pina - Tanzt, sonst sind wir verloren kommt am 24. Februar in die Kinos. Wenders, der selbst schon von Beginn seiner Freundschaft zu Pina fasziniert von ihrer einzigartigen Ausdruckskraft und Arbeitsmethode war, lässt die persönlichen Erfahrungen ihrer Tänzer durchs Tänzerische erzählen. Emotionen, Wahrnehmung, Ästhetik nehmen eine neue Form an.

Darum geht's genau:

Pina ist ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders. Der Zuschauer wird auf eine sinnliche und bewegende Entdeckungsreise mitgenommen. Ein Abstecher mitten auf die Bühne des Ensembles, mit dem Pina Bausch gearbeitet hatte, und mit den Tänzern hinaus in die Stadt und das Umland von Wuppertal - Heimat und Zentrum ihrer Kreativität.

Auf einer anderen Art von Bühne spielt ...

Wasser für die Elefanten

Quelle: 20th Century Fox

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... die Verfilmung des US-Bestseller-Romans Wasser für die Elefanten, die am 21. April in die Kinos kommt. Der verbissene Robert Pattinson und die Oscar-prämierten Schauspieler Reese Witherspoon und Christoph Waltz treten auf in einer längst vergessenen Showwelt - einem Zirkus der 30er Jahre.

Darum geht's genau:

Der 90-jährige Jacob Jankowski erinnert sich beim Anblick eines Zirkuses zurück an die Zeit der Großen Depression in Amerika in den 30er Jahren und an seine Jugend: Nach einem schrecklichen Schicksalsschlag schmeißt der junge Tiermediziner sein Studium hin und schließt sich dem reisenden Zirkus Benzinis spektakulärste Show der Welt als Veterinär an. Dort trifft er auf die faszinierende Marlena (Witherspoon), Dressurreiterin und Frau des Zirkusdirektors August Rosenbluth (Waltz) - und verliebt sich in sie.

Auch im nächstem Film spielt Christoph Waltz eine prominente Rolle, und zwar die ...

"Die drei Musketiere": Drehstart für Hollywood-Streifen

Quelle: dpa

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... des Kardinal Richelieu. Klar gibt es schon viele Verfilmungen des weltbekannten Romans Die drei Musketiere des Autors Alexandre Dumas, doch Orlando Bloom, Christopher Waltz und Milla Jovovich in der Besetzung machen zumindest neugierig. Deutscher Kinostart ist am 1. September.

Darum geht's genau:

"Einer für alle - alle für einen": Der junge und hitzköpfige D´Artagnan kämpft an der Seite von Athos, Porthos und Aramis gegen die Truppen des machthungrigen Kardinal Richelieu und dessen M'Lady de Winter.

die Abenteuer von Tim und Struppi

Quelle: Sony Pictures

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Auftakt zu einer Trilogie: Hergés Comic-Abenteuer von Tim und Struppi haben weltweit jede Menge Fans - und werden nun auch verfilmt. Steven Spielberg und sein Regie-Kollege Peter Jackson (Der Herr der Ringe) teilen sich bei diesem neuen Projekt den Regiestuhl und die Produzentenrolle. Während für Teil eins, Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn' (Start am 27. Oktober) Spielberg den Ton angab, konzentrierte sich Jackson bereits auf den zweiten Teil. Das Motion Capture-Verfahren - eine Technik, um die Bewegung eines realen Schauspielers aufzunehmen und auf einen virtuellen Charakter zu übertragen - wird den Film dominieren.

Darum geht's genau:

Die Geschichte beginnt mit dem ersten Aufeinandertreffen zwischen dem jungen Reporter Tim (Jamie Bell) und Kapitän Haddock (Andy Serkis) die gemeinsam einen Hinweis finden, der auf einen Schatz des Vorfahren Francis Haddock deutet. Zusammen gehen sie auf die Reise mit einem Gefängnisausbrecher und den beiden Detektiven Thompson (Simon Pegg) und Thomson (Nick Frost).

Schlußendlich, kurz vor Jahresende, gibt es noch eine große Kino-Überraschung:

Kermit der Frosch aus der Muppet Show

Quelle: REUTERS

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Weihnachten 2011 kommt die legendäre Muppet-Gang wieder auf die Leinwand, in The Greatest Muppets Movie Ever Made. Regie führt James Bobin, bekannt durch seine Folgen von Flight of the Conchords und seinen Autorenjob für Da Ali G Show.

Darum geht's genau:

Grund für die Wiedervereinigung von Kermit, Miss Piggy, Fozzy, Gonzo und all den anderen Muppets ist ein altes Filmstudio, das ihnen sehr am Herzen liegt. Es muss vor dem finanziellen Ruin gerettet werden. Die Muppets tun also das, was sie am besten können: Sie planen eine Show.

Tim, Struppi, Muppets, Musketiere - den einen oder anderen wird man vielleicht bei den Oscars 2012 wiedersehen.

© sueddeutsche.de/frey
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