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Kino:Neuer Verband zur Rettung der Filmkunst

"Wir rufen den Notstand der Filmkultur aus, wir rufen auf zur Cinephilie!" Mit großen Worten hat sich jüngst ein neuer Verband an die Öffentlichkeit gewandt, der "Kino als Kunst" versteht und sich als "wirksame Interessengemeinschaft" und "spartenübergreifendes Forum" etablieren möchte. Der Hauptverband Cinephilie soll am 10. Februar in Berlin gegründet werden, zu den Initiatoren gehören die Münchner Filmkritikerin und "Underdox"-Festivalleiterin Dunja Bialas und der Münchner Filmverleiher Jakob Kijas. Im Vorfeld hat das Team aus Kinobetreibern, Kuratoren und Produzenten einen "Aufruf zur Cinephilie" verfasst, der als Arbeitsgrundlage dienen soll. Darin heißt es etwa: "Das Diktat der Zahlen zerstört die Qualität des Kinos", "Kino kann nur als sozialer, diverser und kreativer Ort überleben". Klare Forderungen sind auch enthalten. Ziele seien "eine Neuausrichtung der Filmförderung nach transparenten Vergabekriterien und eine Neubewertung von Erfolg" sowie "Diversität und Gendergerechtigkeit in der Filmkultur".

Stark engagiert im Verband sind mehrere Kollegen des Nürnberger Verleihs Grandfilm sowie Kijas von Eksystent Distribution aus München. Gemeinsam erhalten beide Verleihe in wenigen Tagen den Innovationspreis vom Verband der deutschen Filmkritik. Eksystent und Grandfilm würden "mit ihrem Programm international herausragender und bemerkenswerter Filme für eine neue Vielfalt in den Kinos sorgen", heißt es in der Begründung.

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