Madame

Zwei Widerständler, aus zwei Generationen. Caroline, die Madame aus dem Titel, läuft in der Hochzeitsnacht aus dem Schlafzimmer, verbringt die Nacht auf einer Bank im Park. Die Familie, und auch die Gesellschaft der Stadt Genf, hat kein Verständnis dafür. Klavierunterricht wird ihr verweigert, auch das Lesen, sonst, schlussfolgert der Vater, hat sie keinen Sinn mehr für den Haushalt. Caroline malt, spielt Theater, hat Erfolg mit einem Korsettunternehmen. Ein halbes Jahrhundert später sieht sie dann ihren Enkel kämpfen, den Filmemacher Stephane Riethauser. Als der, vom Vater strikt erzogen nach den Regeln des starken Geschlechts, merkt, dass er eine "Schwuchtel" ist. In seinem Film spiegelt er den Kampf der Großmutter mit seinem eigenen. Der Film ist diskret, aber deutlich, er zeigt, wie es sein soll: die Liebe als eine Eruption, wie Lava. Von Fritz Göttler

Bild: Salzgeber & Co. Medien/ Stephane Riethauser 12. Dezember 2019, 05:132019-12-12 05:13:27 © SZ.de/luch