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"Toy Story 4" im Kino:Kinderspielzeuge auf Sinnsuche

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Träumen Spielzeugfiguren von Plastikschafen? Das ist eine der drängenden Fragen des neuen Pixar-Films.

(Foto: Pixar/Disney)
  • Im vierten Teil von "Toy Story" begeben sich die Figuren auf die Suche nach dem Sinn im Leben.
  • Unabhängige Frauen und Nachhaltikeitsgedanken machen den neuen Teil der Kinderfilmreihe modern.

Träumen Spielzeugfiguren von Plastikschafen? Von der Dreiergruppe Billy, Goat und Gruff, und auch von ihrer filigran-energischen Schäferin Bo Peep, die den Figurinen des 17. Jahrhunderts (und einem englischen Kinderreim) nachempfunden ist? Die Frage schwingt auch im neuesten "Toy Story"-Film "Alles hört auf kein Kommando" ganz entschieden mit - der mit seinem metaphysischen und existenzialistischen Grundton alle schwerfälligen neueren Psychodramen um Längen schlägt, und auch jene Avengers-Spektakel, die sich inzwischen der Tiefsinnigkeit zugewandt haben. Auch nach der Übernahme durch Disney zeigt das Animationsstudio Pixar, dass es in all der perfekt choreografierten Action-Hektik immer noch Platz findet für subtile Reflexion, bis an die Schmerzgrenze. Das geht auf John Lasseter zurück, der Pixar lange leitete und prägte, bis er, weil er zu intensiv die Nähe seiner Mitarbeiterinnen suchte, gefeuert wurde.

In Sinnkrisen gerieten die Spielfigurenhelden der "Toy Story"-Filme schon immer. Im ersten musste Buzz Lightyear, der Superastronaut, auf bittere Weise erfahren, dass er halt kein wirklicher Superheld, nur ein Kinderspielzeug ist, in diesem ist er nun auf der Suche nach seiner inneren Stimme, er drückt dazu auf den Knopf seines Raumanzugs und lauscht den gespeicherten Kommandos: "Zurück zur Basis." "Danke, innere Stimme."

Die größte Angst ist natürlich, zu lost toys zu werden, von ihren Kindern verlorenes und nicht mehr gefundenes Spielzeug, ein Schicksal, das schlimmer ist als das der lost boys um Peter Pan. Weil sie mit Nutz-, mit Sinnlosigkeit gekoppelt ist. Nützlich sein bedeutet Heimat, also machen sie sich immer aufs Neue auf den Weg zurück. Dort warten emotionale Bindungen auf sie, soziale Aufgaben, große Verantwortung für die Kinder.

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Im neuen Film gibt es einen Wechsel, die Spielzeugkiste, die wir aus den drei ersten Filmen kennen, geht von Andy, der dem Spielzeugalter entwachsen ist, auf die kleine Bonnie über. Sheriff Woody, die prominente Figur in der Kiste, managt den Übergang und motiviert die Schar seiner Kumpel. Neun Jahre zuvor hatte es einen schweren Moment für ihn gegeben, als die geliebte Schäferin Bo Peep aus seinem Leben verschwand, ein Abschied im Regen, weil sie sich eines neuen Kindes annehmen musste. Im neuen Film trifft er sie wieder, sie ist die Verantwortung los und er hat die Chance, sich über seine Liebe ganz klar zu werden.