Kino "Es ist eine dringend notwendige Reinigung für diese Branche"

"Wenn jemand sehr berühmt ist, kann es passieren, dass er sich für unersetzlich hält und damit außer Kontrolle gerät": Regisseur Ridley Scott zu den Mechanismen der Macht.

(Foto: REUTERS)

Der Regisseur Ridley Scott hat Kevin Spacey nach den Missbrauchsvorwürfen aus seinem Film "Alles Geld der Welt" geschnitten - und die Szenen nachgedreht. Ein Gespräch über Fehlverhalten, Geld und verrückte Arbeitsbedingungen.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Ridley Scott steht auf dem Balkon im 14. Stock eines Hotels in Beverly Hills und blickt über die Filmstadt Los Angeles, die er mit Filmen wie "Thelma & Louise", "Blade Runner", und "Alien" entscheidend geprägt hat. Der Brite, einer der bedeutendsten Regisseure der Gegenwart, musste gerade eine Art Notoperation durchführen: Sein Film "Alles Geld der Welt" über die Entführung des Milliardärsenkels J. P. Getty war bereits fertiggedreht, als Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen seinen Darsteller Kevin Spacey erhoben wurden. Um den ...