Filmstarts der WocheWelche Filme sich lohnen - und welche nicht

In der Sexkomödie "Happy Ending" tollen Senioren liebenswürdig bis vorhersehbar herum. Jan-Ole Gersters Psychogramm "Lara" bringt hingegen Welten zum Einsturz.

Von den SZ-Kinokritikern

Es hätte schlimmer kommen können

Dreimal durchdrehen musste schon sein, damit es komisch wurde. Das hatte Helmut Dietl verlangt, als Mario Adorf betrunken durch die Drehtür in die Lobby des Bayerischen Hof hineintorkelte in der TV Serie Kir Royal. Adorf erzählt das, wieder einmal, in dem Film, den Dominik Wessely mit ihm schuf. Es ist alles drin in dem Film: Die Nächte der nähenden Mutter, die Falckenbergschule in München, Kortner und Schweikart, der schurkische Santer, harte Krimirollen, die ihn beinahe zum italienischen Charles Bronson gemacht hätten, die Mafia, Siodmak, Peckinpah, Fassbinder, Schlöndorff/von Trotta ... Und: Adorfs Verlangen, im Kunstwerk immer auch die Spuren seiner Entstehung sichtbar werden zu lassen, seine Bewunderung für die Rückseite von Michelangelo. Von Fritz Göttler

Bild: COIN FILM 7. November 2019, 04:462019-11-07 04:46:52 © SZ vom 07.11./sloh