Filmstarts der WocheWelche Filme sich lohnen und welche nicht

"Maria Stuart" versucht sich an einer feministischen Geschichtsinterpretation. Und "Capernaum" gibt gefühlvoll Einblick in die Elendsviertel von Beirut.

Von den SZ-Kinokritikern

Capernaum

Ein Junge verklagt seine Eltern, weil sie ihn in die Welt gesetzt haben: Immer dokumentarischer und wahrhaftiger sind die Filme der libanesischen Regisseurin Nadine Labaki geworden, seit "Caramel" und "Wer weiß, wohin?" In ihrem zärtlichen Blick gewährt sie den Ärmsten der Armen aus den Elendsvierteln von Beirut einen Schutzraum. Die Fiktion ist da nur noch ein hauchzartes Gerüst für die dokumentarische Wahrhaftigkeit von Laiendarstellern, die ihr eigenes Schicksal in den Film tragen. "Capernaum" heißt Chaos. Der Film geht für den Libanon ins Rennen um den Fremdsprachen-Oscar - mit guten Chancen. Von Anke Sterneborg

Bild: Alamode Film 17. Januar 2019, 05:012019-01-17 05:01:07 © SZ.de/heka