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Kinderkrimis:Ferienbücher

Findige Jungen und Mädchen lösen kriminelle Taten: Bei Antonia Michaelis geht es um die Zerstörung des Regenwaldes. Bei Andrea Schütz ist die Heldin selbst eine Meisterdiebin, die ihren Erzfeind besiegt.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Antonia Michaelis verlegt ihre Abenteuer-Geschichten gerne in geheimnisvolle Wälder oder exotische Länder. Nach Madagaskar in "Der Koffer der tausend Zauber" - hier hat sie auch eine Zeit lang gelebt und engagiert sich weiterhin für die Schulbildung -, spielt ihre neue Detektiv-Serie im brasilianischen Regenwald, was ihr die Möglichkeit gibt, auf Umweltzerstörung und den oft vergeblichen Kampf der Indianer gegen Holzfirmen, Rinderzüchter oder die Regierung aufmerksam zu machen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Straßenjunge Pablo, der in einer Ruine in Manaus lebt, sein Freund, der Student Miguel, der sich wie ein großer Bruder um ihn kümmert, und Ximena, die seit dem Verschwinden ihrer Eltern bei ihrem Großvater, dem reichen "Silberbaron" lebt. Ximena ist einsam und auf Abenteuer aus und freundet sich mit Pablo an. Als Miguel verschwindet, machen sich die Kinder große Sorgen, und als dessen Hund auftaucht, offenbar von Miguel geschickt, beschließen sie, dem Hund zu folgen, der sie in den Urwald führt, wohin Miguel mit anderen Studenten aufgebrochen war, um gegen den Bau eines Staudamms im Gebiet der Ureinwohner zu protestieren, ein Umweltverbrechen, in das sogar der Präsident verwickelt ist.

Pablo und Ximena samt Hund nennen sich nun die "Amazonas-Detektive", doch schon bald müssen sie erkennen, dass dies kein Spiel ist und sie die Gefahren des Urwalds unterschätzt haben. Zum Glück ist ihnen der Indiojunge Davi gefolgt und führt sie auf der Suche nach den verschwundenen Studenten durch den Dschungel. In letzter Minute schaffen sie es, die jungen Umweltschützer zu retten. Wieder gelingt es der Autorin, ein spannendes Abenteuer ganz beiläufig mit aktueller Gesellschaftskritik zu verknüpfen. Ein gelungener Auftakt einer neuen Detektiv-Reihe für Acht- bis Zwölfjährige.

Antonia Michaelis: Die Amazonas-Detektive - Verschwörung im Dschungel. Loewe Verlag, Bindlach 2021. 272 Seiten, 12,95 Euro.

Valérie wurde als Meisterdiebin geboren und hat auch sonst besondere Gaben. Nach dem Verschwinden ihrer Mutter lebt sie zusammen mit ihrem Vater über den Dächern von Paris in einem geheimen Unterschlupf. Die beiden sind in großer Gefahr, denn sie werden vom "König der Diebe" gesucht, der Valerie wegen ihrer Gaben als seinen Besitz betrachtet. Als ihr Vater aus einem Museum eine überaus wertvolle Landkarte stiehlt, verliert er dabei das Foto seiner Frau und gerät ins Visier der Polizei und - viel schlimmer - des "Königs der Diebe".

Für Valérie ist der Verlust des Fotos ihrer Mutter überaus schmerzlich, und so beschließt sie, es zu suchen, trotz der Gefahr, vom "König der Diebe" entdeckt zu werden. Dabei lernt sie Matthéo kennen, einen ihr ebenbürtigen Meisterdieb. Gemeinsam besiegen sie ihren Erzfeind und entdecken dabei ein großes Geheimnis. Eine rasant erzählte Geschichte voller Rätsel und Geheimnisse mit einer überaus liebenswerten Heldin. (ab 10 Jahre)

Andrea Schütze: Valérie. Die Meisterdiebin von Paris. Thienemann Verlag, Stuttgart 2021. 256 Seiten, 13 Euro.

© SZ vom 18.06.2021
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