Kinderbuch Zu dumm für diese Welt

Jeff Kinney: Ruperts Tagebuch – Zu nett für diese Welt! Jetzt rede ich! Aus dem Englischen von Dietmar Schmidt. Baumhaus Verlag, Köln, 2019. 224 Seiten, 14,99 Euro.

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Rupert - eine Seitenlinie für Gregs Tagebuch, in dem ein etwas trotteliger Freund zu Worte kommt.

Von Karl Kreye (11), Nachwuchskritiker

Endlich gibt es wieder Neuigkeiten aus der Welt von "Gregs Tagebuch", den Comicromanen, in denen es um den Jungen Greg geht, der, wie der Titel schon sagt, Tagebuch schreibt. Alle 13 Folgen der Serie von Jeff Kinney waren bisher ein Hit.

Dieses Mal griff aber der sozial nicht so weit entwickelte Freund von Greg zu Stift und Papier. Wer bereits "Gregs Tagebuch" gelesen hat, kennt ihn schon: Rupert Jefferson. Dieser etwas trottelige Freund von Greg wollte nun auch wie sein Kumpel ein Tagebuch führen. Natürlich ist Greg darüber nur mäßig begeistert und zwingt Rupert, über ihn zu schreiben. Das macht er auch, aber er fällt immer wieder in das Erzählen über seine Erlebnisse mit Greg zurück. Zum Beispiel die Geschichte über Ruperts erste Übernachtung bei Greg, bei der sie von Gregs Bruder Rodrick so erschreckt werden, dass Rupert sich in die Hose macht. Oder warum Greg ein so schlechter Lernpartner ist, weil er nämlich lieber spielt als lernt.

In Ruperts Buch ist auch viel anders als in Gregs Tagebüchern. Schon wenn man sich den Buchumschlag anschaut. Der Titel "Ruperts Tagebuch: Zu nett für diese Welt! Jetzt rede ich!" ist in einer anderen Schrift geschrieben. Über den Einträgen steht nicht das Datum, sondern der Titel des Erlebnisses. Auch auffällig ist der Zeichenstil. Anders als in "Gregs Tagebuch" malt Rupert (bzw. Jeff Kinney) keine Nasen und eher kleinere Figuren. An einer Stelle sind sogar auf mehreren Seiten "Heissa Mama"-Comics. In diesen Karikaturen passieren Leuten Pannen, worauf sie "Heissa Mama" schreien. Das alles ist relativ verwirrend für Leser der Original-Serie. Es lohnt sich aber trotzdem, das Buch zu lesen, da es mal eine kleine Abwechslung zur Hauptserie ist. Genau deswegen war es eine so gute Idee von Kinney, wie im Fernsehen oder Kino, ein Spin-off zu schreiben, wie zum Beispiel J. K. Rowlings "Phantastische Tierwesen"-Filme als Nebengeschichte zu "Harry Potter". Da Spin-offs meiner Meinung nach echt super sind, da man oft viel über Hintergründe erfährt, freue ich mich, dass es nun in diesem Buch ein paar Geschichten aus der Vergangenheit von Gregs und Ruperts Freundschaft gibt.

Das hätte ja auch schiefgehen können. Manche Spin-offs, wie zum Beispiel DC Comics "Justice League", sind unnötig. Trotz der Unterschiede zum Original ist "Ruperts Tagebuch" aber lustig, und man wünscht sich am Ende sofort einen zweiten Band.