Mathematik:Familie der Atome

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Wie man die Welt in Grafiken erfassen und lesen kann und so eine ganze Menge über die Welt erfährt, ohne zu reisen.

Von Stefan Fischer

Etwas über die weite Welt lesen, das ist das eine. Sie mit eigenen Augen betrachten das andere. Die Autorin Mireia Trius und die Illustratorin Joana Casals bieten da einen überzeugenden Kompromiss an mit ihrem Buch "Ich und die Welt". Denn mal schnell eine Weltreise machen - schwierig. Und die Welt ist ja auch so unübersichtlich. Aber zu schauen hätte man trotzdem gerne etwas.

Wo verbringen die in Deutschland lebenden Menschen am liebsten ihre Sommerferien

Trius und Casals portionieren die Welt in Grafiken. Auf diese Weise lassen sich Vergleiche sehr simpel darstellen: Die Regenmenge in Deutschland? Kaum höher als in Spanien und sogar niedriger als in Italien. Überraschend! Hunde sind die beliebtesten Haustiere vor Katzen - allerdings nicht in Frankreich, da ist es andersherum. Der September wiederum ist der Monat, in dem die meisten Menschen Geburtstag haben. Eine Ausnahme: Deutschland, denn da ist es der Oktober (im April haben hierzulande die wenigsten Geburtstag).

Was essen Kinder wo zum Frühstück? Wie sehen die Schuluniformen dort aus, wo es welche gibt? Welches sind die am häufigsten besuchten Museen? Wo verbringen die in Deutschland lebenden Menschen am liebsten ihre Sommerferien - und wie viele Menschen reisen im Urlaub nach Deutschland? Jeder Doppelseite ist ein Thema gewidmet, das in mehrere Grafiken aufgedröselt wird: Sprachen, Internet und Hausaufgaben ...

Joana Casals ist sehr kreativ, was die Darstellungsformen angeht - sowohl in der Art der Grafiken als auch in ihrer jeweiligen Ausgestaltung. Im Prinzip sind sie alle selbsterklärend und gut zu begreifen. Aber auch das muss man ja erst einmal lernen: Wie man eine Grafik liest, um zu verstehen, was sie besagt, was miteinander verglichen wird - und was nicht. Dazu gehört auch, kenntlich zu machen, woher die Informationen stammen, die in den Grafiken illustriert sind. Das mag der drögeste Teil sein, doch erst durch diese Quellenangaben am Ende des Buches können die Aussagen als seriös überprüft werden.

Eine der abstraktesten, dadurch aber auch schönsten Grafiken stellt unterschiedliche Familienstrukturen dar. Sie sehen aus wie chemische Verbindungen einzelner Atome. Irgendwie ein zutreffendes Bild.

Mireija Trius, Joana Casals: Ich und die Welt. Aus dem Spanischen von Christine Manz. Verlag Kleine Gestalten, Berlin 2022. 64 Seiten, 19,90 Euro.

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