USAViel Platz für die „Epstein Dancers“

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Mitte Dezember wurde der Schriftzug an der Fassade des Kennedy Center in Washington, D.C., ergänzt.
Mitte Dezember wurde der Schriftzug an der Fassade des Kennedy Center in Washington, D.C., ergänzt.
HEATHER DIEHL/Getty Images via AFP
  • US-Präsident Donald Trump hat das Kennedy Center in Washington D.C. umbenennen und seinen Namen an der Fassade anbringen lassen.
  • Zahlreiche Künstler sagen aus Protest ihre Auftritte ab, darunter die Jazzband Cookers und die Tanztruppe Doug Varone and Dancers.
  • Die Kennedy-Familie und Kongressabgeordnete protestieren gegen die Umbenennung und haben bereits Klagen eingereicht.
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Aus Protest gegen die Namensänderung sagen Künstlerinnen und Künstler ihre Auftritte im „Trump Kennedy Center“ ab. Und Satiriker befürchten, die Realität lasse sich nicht toppen.

Von Charlotte Walser, Washington

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Seit Donald Trump das Kennedy Center umbenennen und seinen Namen an der Fassade anbringen ließ, fragt sich die Kulturszene, wie wohl das Programm des Kulturzentrums künftig aussehen wird. Auf der Website TrumpKennedyCenter.org finden sich Antworten: Für den Silvesterabend waren dort die „Epstein Dancers“ angekündigt.

Wer sich auf einen Tanz um Berge geschwärzter Akten freute und ein Ticket kaufen wollte, wurde freilich enttäuscht, denn es handelt sich nicht um die offizielle Seite des „Trump Kennedy Center“. Der Satiriker Toby Morton hatte die Domain erworben, in weiser Voraussicht. Als Trump Anfang 2025 damit begonnen hatte, Vorstandsmitglieder des Zentrums zu entlassen, war ihm klar, dass früher oder später Trumps Name auf der Fassade des Gebäudes prangen würde.

Aus Sicht des Center-Leiters leiden die Künstler an einem „Verwirrungssyndrom“

Morton nutzt die Website nun, um sich über den Präsidenten lustig zu machen. Manche Dinge seien allerdings schwer zu parodieren, stellt er fest. Auf der Website steht: „Wir laden Sie ein, Kultur als Autorität, Prunk als Wahrheit und Exzellenz nach Definition der Machthabenden zu erleben.“ Die Institution existiere, um das zu bewahren, was nicht infrage gestellt werden dürfe.

Das reale „Trump Kennedy Center“ hat derweil mit anderen Problemen als einer Parodie zu kämpfen. Die Liste der Musiker, die ihre Auftritte absagen, wird immer länger. Zuletzt hatte die Jazzband Cookers, ein All-Star-Septett, ihren Silvester-Auftritt abgesagt. Die Band begründete das so: „Jazz entstand aus dem Kampf und dem unermüdlichen Streben nach Freiheit: Freiheit des Denkens, der Meinungsäußerung und der menschlichen Stimme.“

Die Tanztruppe „Doug Varone and Dancers“ hat ihren Auftritt von dieser Woche ebenfalls annulliert. Ihr entgingen dadurch Einnahmen in der Höhe von 40 000 Dollar, teilte sie der New York Times mit. Der Entscheid sei „finanziell verheerend, aber moralisch berauschend“.

Schon an Heiligabend fiel ein Konzert aus, weil sich der Vibrafonist Chuck Redd zurückgezogen hatte. Und im neuen Jahr wird es so weitergehen. Die Folksängerin Kristy Lee aus Alabama sagte zu ihrer Entscheidung: „Wenn die amerikanische Geschichte so behandelt wird, als könne man sie verbieten, auslöschen, umbenennen oder für das Ego eines anderen umgestalten, kann ich nicht auf dieser Bühne stehen und nachts ruhig schlafen.“

Der Interimspräsident des Trump Kennedy Center, Richard Grenell, der auch Sonderbeauftragter von Trump ist, kritisierte die protestierenden Künstler. Sie seien von der vorherigen, „extrem linken“ Führung gebucht worden, schrieb er auf der Plattform X. „Kunst zu boykottieren, um zu zeigen, dass man die Kunst unterstützt, ist eine Form des Verwirrungssyndroms.“

Die Umbenennung des Kennedy Center stößt aber nicht nur bei Künstlern auf Kritik. Auch die Kennedy-Familie und Kongressabgeordnete protestieren. Sie stellen sich auf den Standpunkt, der Kongress müsste einer Namensänderung zustimmen. Klagen wurden bereits eingereicht. Dem Satiriker Toby Morton dürfte der Stoff nicht so schnell ausgehen.

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