"Karte und Gebiet" als Graphic Novel:Das ganze Elend jetzt mit Bildern

"Karte und Gebiet" als Graphic Novel: Wie eine Vision oder Projektion oder die Skizze eines Malers erscheint der Schriftsteller Michel Houellebecq auf dem Vorhang von Jeds Hotelzimmer.

Wie eine Vision oder Projektion oder die Skizze eines Malers erscheint der Schriftsteller Michel Houellebecq auf dem Vorhang von Jeds Hotelzimmer.

(Foto: Dumont)

Der Schriftsteller Michel Houellebecq hat seinen schonungslosen Roman "Karte und Gebiet" selbst zur Graphic Novel umgeschrieben. Eine schräge Idee.

Von Fritz Göttler

Eine Doppel-Biografie zweier Künstler, ihre Leben und Werke ineinander gespiegelt, und die Comic-Book-Version steigert noch mal die tollkühne Schräglage des zugrundeliegenden Romans "Karte und Gebiet", der 2010 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. Jed Martin ist Frankreichs erfolgreichster Foto- und Malkünstler, Michel Houellebecq ist das erfolg- und skandalreiche enfant terrible der französischen Literatur, dessen provokante Äußerungen zu Gesellschaft und Politik, speziell zum Islamismus, heftige Reaktionen auslösten. Jed Martin ist ein literarisches Geschöpf, eine erfundene Figur, aber auch Houellebecq hat eigenartige fiktive Momente - er ist nämlich der Autor von "Karte und Gebiet" und hat in diesem Selbstporträt schonungslos sein ganzes Elend und das der französischen Gesellschaft beschrieben. Für die Graphic-Novel-Version hat er den Roman selbst bearbeitet und entschlackt, Louis Paillard hat ihn mit Bildern versehen, in denen das Intime mit dem Welthistorischen zusammenfindet.

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