Kai Wegner, als Spitzenkandidat zurückgetreten, aber bis zur Wahl im September noch Regierender Bürgermeister von Berlin, ist ein Mann wie seine Stadt – wie jener Teil von ihr jedenfalls, der einheimisch und eingeboren ist, weiß und garantiert nicht zugezogen aus der deutschen oder der anatolischen Provinz. Wer nicht zu ihnen gehört, nennt diese Leute gern Piefkes; wer neu in die Stadt kommt, meint zu spüren, dass diese Berliner eine Lust am Kampf aller gegen alle haben, eine Bereitschaft, jede Begegnung im öffentlichen Raum zu einem Kräftemessen zu machen. Sowie einen passiv-aggressiven Hang, sich selbst als zu kurz gekommen zu betrachten, weshalb jeder, der zu gute Laune hat, zu gut angezogen ist und ans gute Leben ein paar Ansprüche stellt, mit maximaler Feindseligkeit rechnen muss.
DebatteSo rette doch jemand diese Stadt
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Demnächst wird gewählt in der Hauptstadt, die Umfragen liefern Grund zur Sorge – und Kai Wegner will nicht mehr kandidieren. Es fragt sich, ob damit irgendetwas gewonnen ist. Denn Berlin bleibt letztlich: Berlin.
Von Claudius Seidl
