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Kabarett:Mascheks Merkel-Programm

(Foto: Ingo Pertramer/Maschek)

Zwei Männer, zwei Stühle, eine Leinwand - mehr braucht es nicht auf dieser Bühne für einen rasanten Abend zur Weltpolitik der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Von Peter Münch

Zwei Männer, zwei Stühle, eine Leinwand - mehr braucht es nicht auf dieser Bühne für einen rasanten Kabarettabend zur Weltpolitik der vergangenen zwei Jahrzehnte. Die beiden Männer allerdings sind zusammen ganz viele: Präsidenten und sonstige Potentaten, denen sie in den eingespielten Videoclips ihre Stimme leihen, Kanzler und vor allem: die Kanzlerin. Denn Angela Merkel steht im Mittelpunkt des neuen Programms der österreichischen Synchron-Satiriker Peter Hörmanseder und Robert Stachel, gemeinhin bekannt als Maschek.

Mit "Maschek macht Merkel" treten sie derzeit im Wiener Rabenhof-Theater auf. Live und in vielen Farben lassen sie die Karriere der Kanzlerin Revue passieren - von den frühen Tagen mit den früheren Frisuren bis hin zu den gut geföhnten neuesten Auftritten auf den globalen Gipfeln, und immer spricht aus ihr die Stimme von Robert Stachel. Zu allen Bildern trifft er den passenden Ton. Peter Hörmanseder übernimmt dann gern den Rest der Welt. Man sieht und hört viel Personal aus alten Tagen: Bush und Berlusconi, Sarkozy und Schröder, und natürlich auch manchen Österreicher, allerdings immer nur in der Nebenrolle. Sie alle kommen und gehen, während Merkel bleibt. Das Thema also ist in weiten Teilen Mutti und die Männer, Mascheks Merkel zeigt allen, wo es langgeht. Temporeich und saukomisch ist das in jeder Sequenz. Maschek mag Merkel, das merkt man gleich. "Sie ist eine Geschichtsträgerin", sagt Peter Hörmanseder abseits der Bühne.

Besonders beeindruckt hat sie ihn in der Flüchtlingskrise, "da hat sie im richtigen Moment moralische Größe gezeigt". Eine würdige Verabschiedung wollen die beiden Kabarettisten ihr deshalb angedeihen lassen, solange sie noch da ist. In Österreich ist das vielleicht sogar ein Wagnis, weil nicht wenige im Land gern glauben, dass doch in Wien der bessere Kanzler zu Hause ist. Im Maschek-Programm taucht Sebastian Kurz trotzdem nur kurz auf, eher so im Vorübergehen. "Merkel hat ja doch eine ganz andere Konstanz als Kurz", meint Hörmanseder, "der eine sprengt alle anderthalb Jahre eine Koalition, sie würde das wohl einfach aussitzen." Irgendwann im nächsten Jahr hat Mascheks Merkel: Heimspiele. Es soll Auftritte in Deutschland geben.

© SZ vom 16.11.2019

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