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"Junk" am Residenztheater:Finanzblasenblues

Tina Lanik "Junk" Bayerisches Staatsschauspiel

Kalte Maschinerie des Geldes: Auf Stefan Hageneiers kalter Bühne symbolisiert ein monströses Stahlgerippe das Finanzkarussell.

(Foto: Thomas Dashuber)

Tina Lanik hat Ayad Akhtars Wirtschaftskrimi "Junk" am Münchener Residenztheater inszeniert, kommt seinem Irrwitz aber nicht bei.

Von Christine Dössel

Am Ende, beim sehr wohlwollenden Schlussapplaus, kommt auch der Autor auf die Bühne und verneigt sich vor dem Münchner Publikum: Ayad Akhtar, 47, der derzeit meist gespielte Dramatiker Amerikas, aufgewachsen in Milwaukee als Sohn pakistanischer Einwanderer, ein "kultureller Muslim", wie er sich selber nennt. Seine Konversationskomödie "Geächtet", eine Auseinandersetzung mit Rassismus, Integration, Religiosität und Identität in der Wohlstandsblase der amerikanischen Mittelschicht, wurde 2013 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und ist weltweit ein Bühnenrenner. Es steht seit 2016 auch am Münchner Residenztheater auf dem Spielplan, wo jetzt - eine Woche nach der deutschen Erstaufführung am Hamburger Schauspielhaus - Akhtars neues Werk Premiere hatte: "Junk", ein intrigen- und personenreiches Stück über die Finanzwirtschaft, angesiedelt im Amerika der Achtzigerjahre. Damals kam das System der Junk-Bonds auf: mit Schrottanleihen zum großen Geld.

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