Jugendwort 2010: NiveaulimboVom Begraben des Niveaus

Weder Arschfax noch Speckbarbie: Der Langenscheidt-Verlag hat das "Jugendwort des Jahres 2010" gekürt. Gewonnen hat nicht der Publikumsliebling.

Bilder.

SZ bei Google bevorzugen
1 / 30
Gina-Lisa Lohfink/Getty Images

"Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort/Das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide", dichtete schon Friedrich Schiller im 18. Jahrhundert über die Jugendsprache. Im Jahre 2010 nach Christus hätte "die Jugend" in Deutschland gerne den vom Langenscheidt-Verlag zur Wahl gestellten Begriff "Speckbarbie" zum "Jugendwort des Jahres" gekürt. Zumindest der Großteil der Jugend, der auf der Homepage des Verlages seine Stimme abgegeben hatte. Doch ob der Jury als letzter Instanz der Begriff dann doch zu oberflächlich erschien oder sie hauptsächlich aus Mädchen mit Kleidergröße 38 bestand, die gerne Kleidergröße 34 getragen hätten (so die Definition der Speckbarbie) - gewonnen hat ein anderes Jugendwort: Text und Bildauswahl: sueddeutsche.de/rus

2 / 30
Big Brother/dpa

Das Jugendwort des Jahres 2010 heißt: Niveaulimbo Der Begriff soll ein stetiges Absinken des Niveaus bezeichnen - ob im TV, in Diskussionen oder auch in der Bildung. Der "Limbo"  gilt heute als Partytanz, hat aber seinen Ursprung auf den Westindischen Inseln, wo er nach Begräbnissen getanzt wurde.  Ziel des Wettbewerbs ist laut Langenscheidt, den Sprach- und Wortwandel durch den kreativen Umgang der Jugendlichen mit der Alltagssprache zu präsentieren. Der Wettbewerb befindet sich im dritten Jahr - 2008 wurde das Wort "Gammelfleischparty" gewählt (für Ü-30-Party), in 2009 der Ausdruck "hartzen" (für arbeitslos sein, rumhängen). Die beliebte "Speckbarbie" schaffte es nicht mal unter die Top 3, denn an zweiter Stelle folgte:

3 / 30
Leserbild von Risto aus Utting/SZ

Das Arschfax Der Begriff bezeichnet ein Unterhosenetikett, das hinten aus der Hose hängt (im Bild nur als zartrosa Etikett unter der Spitze zu erahnen, optisch verdrängt vom Arschgeweih). Platz 3 unter den Jugendwörtern des Jahres 2010 ist: 

4 / 30
Berufs-Prominente Paris Hilton/Reuters

Das Egosurfen Der Begriff bezeichnet die prominente Tätigkeit, nach sich selbst und seiner eigenen Prominenz im Internet zu suchen. Erst auf Platz 4 folgt nun die Speckbarbie. Auf Platz 5 gelangte ein englischer Begriff:

5 / 30
Angela Merkel gratuliert Christian Wulff zum schwer errungenen Sieg der Bundespräsidentenwahl/dpa

n1 (nice) oder auch: nice one Der aus dem Angelsäschsischen entlehnte Begriff ist ein Ausdruck für Begeisterung und steht für "hübsch" oder "Gut gemacht!". Und weil es so schön war, hier noch mal zur Erinnerung die 30 verblüffenden Begriffe, die insgesamt zur Auswahl standen für das "Jugendwort des Jahres 2010", abzüglich der fünf Gewinner, in alphabetischer Reihenfolge: 

6 / 30
Rentner/dpa

Abwrackprämie Rente

7 / 30
Nahezu unveränderte Schönheit: Cher/afp

Änderungsfleischerei Klinik für Schönheitschirurgie

8 / 30
dpa

Atze Kumpel, Freund

9 / 30
Skandal-Autorin Helene Hegemann/ddp

Copypasten Abschreiben

10 / 30
TV-Jugend-Juror Dieter Bohlen/ddp

Crossi Person mit braungebrannter ledriger Haut

11 / 30
TV-Berufs-Idiot Austin Powers/dpa

Dulli, oder auch Dully Idiot

12 / 30
Model Naomi Campbell/Reuters

Emotional flexibel Launisch

13 / 30
Bayerisches Volksfest mit Horst Köhler und Horst Seehofer/ap

Eskalieren Exzessiv feiern

14 / 30
TV-Jugend-Juror Dieter Bohlen/ddp

Flamen Nörgeln, nerven

15 / 30
TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer/dpa

Flatratelabern Quasseln

16 / 30
Angela Merkel und der zurückgetretene Horst Köhler/afp

Hadde! Hade lan! Hau rein! Tschüss!

17 / 30
TV-Jugend-Juror Dieter Bohlen/ddp

Haten Alles schlechtmachen

18 / 30
Langzeit-Arbeitsloser Arno Dübel tritt gerne im Fernsehen auf/ARD

Hochleistungs-Chiller Extrem faule Person

19 / 30
Getty Images

Hottie Attraktive Person

20 / 30
ap

Klappkaribik Sonnenbank

21 / 30
ddp

Konsolero Person, die viel Zeit mit der Spielkonsole verbringt

22 / 30
Loha Gwyneth Paltrow und Vegetarier Paul McCartney/Getty Images

Lohas Öko, umweltbewusst

23 / 30
Die neue deutsche Lolita, Lena Meyer-Landrut/dpa

Loli Unreifes, naives Mädchen

24 / 30
TV-Dauerpraktikant Elton/ddp

Lowbob Schlechter Spieler, Anfänger

25 / 30
Hitze-Party auf Mallorca/ddp

Malle Bescheuert, abgefahren

26 / 30
Freibad-Besucherin unter der Dusche/dpa

Nippelwetter Kalt und regnerisch

27 / 30
dpa

Phantomvibration Einbildung, dass das eigene Handy vibriert

28 / 30
Die russisch-amerikanische MIR-Besatzung 1997/dpa

Raumschiff Super, toll

29 / 30
Jörg Kachelmann nach der Haftentlassung/ddp

Resetten Rückgängig machen

30 / 30
dpa

Schnitzelhusten Schweinegrippe

© sueddeutsche.de - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: