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Jürgen Prochnow im Interview:Mit dem Boot nach Hollywood

Zum dritten Mal (glücklich) verheiratet: Schauspieler Jürgen Prochnow.

(Foto: Catherina Hess)

"Das Boot" machte den Schauspieler Jürgen Prochnow weltbekannt. In den USA musste er sich sein Glück jedoch jeden Tag aufs Neue erarbeiten.

Beim Namen Prochnow denken die meisten Deutschen sofort an "Das Boot", dieses gewaltige, für sechs Oscars nominierte Filmepos über die Besatzung eines deutschen U-Bootes während der Atlantikschlacht im Zweiten Weltkrieg. 35 Jahre ist das her, und dass er immer noch so hartnäckig darauf angesprochen wird, findet Jürgen Prochnow völlig in Ordnung: "Von der Qualität her ist es wahrscheinlich das Außergewöhnlichste, was ich in meinem Leben zustande gebracht habe."

Wie es weiterging, nachdem ihn "Das Boot" Anfang der Achtzigerjahre nach Hollywood befördert hatte, wissen hingegen nur wenige. Prochnow erzählt davon im großen SZ-Interview: Wie er in Los Angeles ankam, sofort eine Agentur und Angebote hatte, mit weltberühmten Stars wie Marlon Brando und Regisseuren wie David Lynch zu drehen. Wie er anfangs mit der fremden Sprache kämpfte - er, der als Theaterschauspieler in allen Nuancen des Deutschen ausgebildet war. Dass er sich sein Glück jeden Tag aufs Neue hart erarbeiten musste. Und von der einen großen Hauptrolle, die er unbedingt haben wollte, die Steven Spielberg aber lieber Liam Neeson gab.

Prochnow ist heute 75 Jahre alt, zum dritten Mal (glücklich) verheiratet, und er erlebt gerade, dass sich Lebenskreise manchmal wirklich schließen: In Kürze zieht er mit seiner Frau zurück nach Berlin, wo er geboren wurde. Nicht nur, aber auch wegen des neuen Präsidenten: "Selbst im Freundeskreis haben mir Leute erklärt, dass sie Trump wählen - Leute, die vorher Obama gewählt hatten. Und irgendwie hat mich das wahnsinnig enttäuscht und verletzt." Wer den Mann von der Leinwand kennt, wo er oft die verschlossenen, zwielichtigen Charaktere spielt, staunt über seine Offenheit. Auch über seinen schlimmsten Schicksalsschlag, den Tod seiner Tochter, spricht er im Interview. Und bekennt: "Ich bin nach all den Jahren nicht in der Lage, darüber zu reden, ohne dass mich das einholt."

Lesen sie das komplette Interview mit Jürgen Prochnow mit SZ Plus:

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