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Judith Kerr im Interview:"Ein Kind will doch dazugehören"

"Wenn ich nicht weggegangen wäre, wäre ich tot." Judith Kerr am Schreibtisch in ihrem Haus in London. Hier schreibt und zeichnet sie.

(Foto: Tolga Akmen/AFP)

Die Schriftstellerin Judith Kerr wurde mit dem autobiografischen Buch "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" bekannt. Ein Gespräch über in die Fremde geflüchtete Kinder und wann sie selbst sich endlich angekommen fühlte.

Interview von Alexander Menden

Ein paar Tage vor ihrem 95. Geburtstag nimmt Judith Kerr zum Gespräch auf dem Sofa ihres Hauses im Süden Londons Platz. Eine zierliche, freundliche Dame, in deren kultiviertem Deutsch mehr als 80 Jahre in Großbritannien keine Spur von Akzent hinterlassen haben. Hinter ihr an der Wand ein breitformatiges Porträt ihres 2006 verstorbenen Mannes Tom, vor ihr auf dem Tisch Gebäck und Kaffee. Dass es kein Tee ist, mag manchen Fan des Buches überraschen, das sie in Großbritannien vor allem berühmt gemacht hat. "Ein Tiger kommt zum Tee" gehört seit einem halben Jahrhundert zur literarischen Grundausstattung britischer Kinderzimmer. In Deutschland ist ein anderes Buch bekannter: "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", 1971 erschienen, wurde schnell zur Pflichtlektüre an deutschen Schulen. Der Roman erzählt von der Flucht einer jüdischen Familie aus Deutschland über die Schweiz und Frankreich nach Großbritannien. Judith Kerr, 1923 als Tochter des legendären Kritikers Alfred Kerr in Berlin geboren, schildert darin die eigene Fluchterfahrung.

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