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Judith Hermanns Roman "Daheim":Angemessen gewaltig

Judith Hermann

"Wir stehen nebeneinander und sehen hin, eine ganze Weile lang, schließlich macht Arild das Licht wieder aus." - Judith Hermann.

(Foto: Andreas Labes/S. Fischer Verlag)

Judith Hermann wurde für ihre elegische Lakonie so oft gefeiert wie verspottet. In ihrem Roman "Daheim" hat sie für ihren kargen Stil endlich idealen Stoff gefunden.

Von Marie Schmidt

Findet Judith Hermanns Stil allmählich zu sich selbst, oder kommen ihr bloß die Zeitläufte entgegen? Konsequenter jedenfalls noch als in ihren bisherigen Erzählungen leert sie in ihrem neuen Roman "Daheim" die Welt aus, und es ist wieder eigenartig zu beobachten, wie das als literarisches Verfahren funktioniert: "Ich habe Otis getroffen, wir haben geheiratet und eine Tochter bekommen, Ann. Ann ist groß und Otis und ich sind auseinandergegangen". Die Erzählerin ist 47 Jahre alt, sie zieht alleine aufs flache Land am Meer, wahrscheinlich an die Nordsee. Hermanns erzählte Welt sieht aus wie Bilder von Vilhelm Hammershøi und Edward Hopper: "Das Haus hat eine Küche, ein Bad und zwei Zimmer, eines im oberen, eines im unteren Stockwerk. Ich benutze das obere Zimmer nicht, ich schlafe im unteren ..."

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