Jubiläum Danke!

Trikont feiert 50. Geburtstag

Von Egbert Tholl

Eric Pfeil und Franz Dobler liegen krank im Bett, "aber nicht miteinander". Sagt Eva Mair-Holmes und greift kurzerhand selbst zum Buch. Das Buch ist der Prachtband, der die ersten 50 Jahre des wundervollen Trikont-Labels feiert, fast vollständig - die Herausgeber vergaßen die No Goods. Das ist den daran schuldlosen Trikont-Chefs Mair-Holmes und Achim Bergmann unendlich peinlich, aber der Feier im Feierwerk tut dies keinen Abbruch. Erst also liest Eva Mair-Holmes aus dem Buch über, unter anderen, Eva Mair-Holmes, kommentiert eine Passage zum Lob der Trikont-Kaffeeküche als "so ein Schmarrn" und leitet mittels Coconami über zum musikalischen Teil des Abends. Sollten in tausend Jahren Archäologen die Überreste europäischer und sonstiger Musik ausgraben, dann werden die so klingen wie Coconami.

Sehr lustig übrigens: Selten erlebt man in München so viele bairisch sprechende Menschen auf einem Haufen. Manche von ihnen machen Musik. Wie die Express Brass Band. Es ist schon fantastisch zu erleben, welche Wucht 20 Menschen entwickeln können, wenn sie in verschiedene, tönende Geräte hineinblasen. Mit einem sämigen Trauermarsch kommen sie die Treppe herunter, dann explodiert der saubere Funk. Und Ähnliches. Danach verteilt Hans Söllner wieder einmal eine Rundumwatschn an alle Politiker dieser Welt, so wie nur er es kann - ja, Trikont hat auch seine Konstanten. Zum Glück.

Und unendlich viel Zauber, in Gestalt der drei Damen von Mrs. Zwirbl. Ach, würden sie ewig spielen an diesem Abend. Sie sind so fein, so genau in ihrem Gesang und ihrer Ironie. Doch vielleicht ist gut, dass sie aufhören müssen, für die lustige Boyband Zitronen Püppies, die klingen wie Simple Minds aus dem Bayerischen Wald, denn hörten sie nicht auf, man würde eine Vernarrtheit gar nicht mehr loswerden. Und doch wirken die verschiedenen Auftritte am Ende wie Vorbands. Denn dann spielen Attwenger, die beste Zweimannband der Welt, und sie spielen an diesem Abend so großartig wie schon lange nicht mehr. Danke Eva und Achim, dass ihr solche Musik verlegt, dass ihr zeigt, dass man nicht im Mainstream versinken muss. Danke.